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Veröffentlicht am 7.04.2011 | von Lisa

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WYE OAK – Civilian

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If you should think instead
I would forget
all the lives I said
were not meant for me
and meant for you

that would be the test
I could not forgive
only that
to doubt the only way
that what was true before
is true today…
(Wye Oak – Doubt)

Wye Oak haben hierzulande in den vergangenen Jahren bereits zwei Alben veröffentlicht, mit denen sie sich unter Indiefans einen Namen gemacht haben – doch mit ihrem dritten Langspieler,„Civilian“ betitelt, werden Jenn Wasner und Andy Stack wahrscheinlich einen größeren Wurf landen als in den 5 Jahren ihres Bandbestehens zuvor.

„Civilian“ ist ein unglaublich atmosphärisches Album – manchmal knochentrocken wie Wüstensand und dann wieder traurig-kitschig-schön wie die blühende Wüstenblume daneben. Trotzdem – oder grade weil – sich auf „Civilian“ ständig ein Wechsel vollzieht, zwischen laut und leise, folkrockig und akkustisch, wird das Album nicht so schnell langweilig. Es gibt so viele Facetten, Schichten hinter der jeweiligen Noise- / oder Akkustikfassade zu entdecken, dass man auch beim 5. Hören noch überrascht wird.

Immer zwischen Indierock und Folk, laut und leise schwanken Wye Oak auf diesem Album hin und her. Besonders gut zu sehen ist das auf „Civilian“, dem Titelsong, der beispielsweise mit seinem Offbeat eine Mischung aus vorantreibendem Widerwillen, Aufbäumen hat, die in der ungezähmten E-Gitarre zur Mitte des Songs gipfelt und gleichzeitig einer tieftraurige Melancholie, die sich in Wasners Gesang wiederspiegelt – eine außergewöhnlich schöne Kombination!

„Doubt“ beginnt mit einer simplen E-Gitarre und fokussiert sich ganz auf den herzzereißenden Gesang, in dem eine solche Melancholie steckt, dass sie fast greifbar ist. „If you should doubt my heart / remember this / that I would lie to you / if I believed it was right to do” stellt Wasner dementsprechend unbarmherzig fest.

“Civilian” ist im Großen und Ganzen doch eher schwere Kost, vor allem wenn man die sehr poetischen Texte betrachtet: „I am nothing without pretend / I know my faults / can’t live with them / I am nothing without a man / I know my thoughts but I can’t hide them” heißt es in “Civilian”: “I wanted to give you everything / But I still stand in awe of superficial things”.

Einer der Favourites ist aber ganz klar „Fish“ – im Hintergrund blubbert es wie in einem Aquarium, wie die vorbeirauschende See, eine Gitarre spült im Vordergrund die Wellen heran und Wasners Stimme schwingt sphärisch über diesen Klangwellen-Teppich. Wunderbar!

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Wye Oak – Civilian
VÖ: 4. März 2011 (City Slang / Universal)
www.wyeoakmusic.com
www.myspace.com/wyeoak
httpvh://www.youtube.com/watch?v=i2VNG8yMI8w&feature=related


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