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Veröffentlicht am 24.05.2011 | von Fred

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TENNIS – Cape Dory

When all the fishermen were working at night
not even once did we see a light
we didn’t realize the forecast had been revised
and moonless skies and shifty wind that gusts and dies Oh
on the sand I keel here this evening but tonight we’ve got to be leaving
traveling through the day and into the evening

(Tennis – Marathon)

 

Während Bands, die aus nur aus einer Frau und einem Mann bestehen, früher eher eine Ausnahmeerscheinung waren, fanden sich in letzter in letzter Zeit eine ganze Menge von dieser sehr speziellen Spezies: Angus & Julia Stone, The Civil Wars, Scarlett Johannsson & Pete Yorn, The Hundred In The Hands, The Dø und Beach House. Um nur einige zu nennen. Auch Tennis gehören zu dieser Gattung Band und sind dazu auch noch verheiratet.

Tennis bestehen aus Alaina Moore und Patrick Riley aus Denver, die ihr Hab und Gut verkauft haben und sich von dem Erlös ein Segelboot kauften. Mit diesem bereisten sie die amerikanische Ostküste und als sie nach einige Monaten wieder Festland betraten, hielten sie ihre Eindrücke in dem Album Cape Dory fest. Cape Dory ist das Debütalbum von Tennis und hat, wie zu erwarten, einen starken Bezug zum Strand. Jetzt werden natürlich einige Leser „Nicht schon wieder!“ aufschreien, denn Musik mit diesem Thema war in 2010 mit Best Coast, den Drums, den Dum Dum Girls, Wavves und einigen weiteren doch ziemlich stark vertreten. Cape Dory reiht sich in die oben genannten Bands nahtlos ein und bietet zuckersüßen und verträumten Retro-Pop mit allem was dazu gehört: Lieblicher Frauengesang, 60s Flair, jede Menge Sha-la-las und Oh-woo-oohs und Fuzz-Gitarren laden zum Träumen vom Meer ein. Marathon war die Vorabsingle des Albums und wurde in 2010 von allen großen Musik Online-Magazinen und Blogs ordentlich gehypet. Ein schöner Clap-Along Beat und Alainas Stimme machen aus diesem niedlichen Stück Liedgut eine echte Indie Pop-Perle. Doch was bleibt nach dem Hype? Auf ‚Take Me Somewhere‘ gurrt Moore zu surfig angehauchten Gitarren-Akkorden, die Segel  Terminologie passt perfekt zu den rollenden Wellen wortloser Girlgroup Harmonien der 60er. Dazu kommt noch ein einfaches Schlagzeug und eine alte Orgel und fertig ist der Sound für den Strand. Auch langsamere Songs, wie ‚Pigeon‘, wissen zu gefallen. Hier mischen sich nachklingende Drums mit schwankenden, bassigen Synthie Klängen und einer slidenden Lead Gitarre zu einem verzaubernden Gesamtbild.

Cape Dory wirkt in sich sehr geschlossen und stimmig und auch, wenn alle Songs von ihrer Reise erzählen, ist genug Abwechslung geboten. Fans von schnörkellosem Retro-Pop werden mit dieser Platte mehr als glücklich werden. Eines sollte man jedoch noch erwähnen, wenn man über Cape Dory redet. Das Album ist der dieses Jahr bisher heißeste Anwärter auf den Award für das bitterste Plattencover 2011, da ist es auch egal, dass das Cover eine Anspielung auf Lisa Hartmans ‚Hold On‘ ist. Zum Glück ändert das nichts an der Schönheit der Musik.

Anspieltipps: Marathon, Pigeon, South Carolina

Tennis – Cape Dory
VOE: 24. Juni 2011 (Carmen San Diego/ Rough Trade)
http://www.myspace.com/tennisinc
http://tennis.bandcamp.com/

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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