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Veröffentlicht am 29.06.2011 | von Dominik

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HEREAFTER – DAS LEBEN DANACH – Filmkritik

Es ist keine Gabe, Billy – es ist ein Fluch!

(George – Hereafter – Das Leben danach)

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei – früher oder später muss sich also jeder mit seiner eigenen Sterblichkeit befassen. Clint Eastwood befasste sich da lieber mit der Sterblichkeit anderer, wenn auch fiktiver Persönlichkeiten, bzw. mit deren Verhältnis zum Ableben und den Toten. Herausgekommen ist dabei ‚Hereafter – Das Leben danach‚.

George hat seit einem Zwischenfall in seiner Kindheit eine besondere Gabe: er kann durch die bloße Berührung einer Person Kontakt mit deren verstorbenen Geliebten und Verwandten aufnehmen. Bloß sieht er dieses Können schon lange nicht mehr als Gabe, sondern eher als Hindernis, die es ihm unmöglich macht eine normale Beziehung zu seinen Mitmenschen aufzubauen. So lebt George mittlerweile zurückgezogen, verheimlicht sein Können und hält sich mit der Arbeit in einer Fabrik über Wasser. Sein Bruder wiederum kann sein Verhalten nicht verstehen und konfrontiert ihn immer wieder mit Menschen, die ihn benutzen, um mit ihren Geliebten ein letztes Mal kommunizieren zu können.

Kontakt mit einer geliebten Person aufnehmen, das wäre auch der Wunsch des kleinen Marcus, hat der 12-jährige doch gerade erst seinen Zwillingsbruder bei einem Autounfall verloren. Zu Pflegeeltern abgeschoben – die alleinerziehende Mutter der beiden hatte schon vor dem Tod eines ihrer Kinder Alkoholprobleme – beschließt er sich auf die Suche nach einem Medium zu machen, die ihm genau das ermöglich soll – und stößt dabei neben einigen Hochstaplern auch auf George.

Marie wiederum hatte selbst ein Nahtod-Erlebnis, nachdem sie von einer riesigen Flutwelle während ihres Thailand-Urlaubs erfasst worden war. Davon überzeugt, dass sie während ihres Todes schemenhaft Gestalten gesehen hat, kann die französische Journalisten sich nicht mehr auf ihren eigentlichen Beruf konzentrieren und fängt kurzerhand an zu recherchieren bzw. ein Buch über das Thema zu schreiben.

Clint Eastwood ist ein Meister in seinem Fach, wobei dieses zumeist eher bodenständige, zwischenmenschliche Dramen beinhaltet. So war es umso spannender zu sehen, wie er hier ein schwieriges Thema wie das Leben nach dem Tod angegangen hat. Grundsätzlich schaffte er es den meisten Klischees auszuweichen und setzt mit dem Beginn, nämlich der Flutwellen-Katastrophe, direkt ein großes Ausrufezeichen, nur um dann in ein schwermütiges und allzu konstruiertes Episodendrama abzudriften, das leider die Stärken seiner einzelnen Episoden nie voll entwickelt. So ist ‚Hereafter – Das Leben danach‘ leider kein weiteres Meisterwerk des ansonsten so sicher agierenden Regisseurs – next…

Hereafter (USA 2010)
Regie: Clint Eastwood
Darsteller: Matt Damon, Cécile de France, Frankie McLaren, Bryce Dallas Howard, Jay Mohr
DVD-VÖ: 3. Juni 2011, Warner Home Video

httpvh://www.youtube.com/watch?v=A_Lxxn783h4

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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