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Veröffentlicht am 2.08.2011 | von Fred

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MEMORY TAPES – Player Piano

This is it, don’t make me wait
Save it up for tomorrow and say it’s too late

(Memory Tapes  – Wait In The Dark)

Heute mal wieder in der Rubrik neuartige Musikrichtungen zu Gast: Das Trio Dreampop, Chillwave und Shoegaze. Dayve Hawkes aka Memory Tapes zweiter Longplayer namens ‚Player Piano‚ springt fröhlich zwischen den Dreien hin und her, ohne sich für einen entscheiden zu wollen. Und zu müssen.

Player Piano ist assoziativ. Es ist experimentell und trotzdem konservativ und vor allem ist es gut. Verschiedenste Sound Fragmente werden zu einem komplexen Mosaik zusammengesetzt, es entsteht ein neues harmonisches Gesamtbild das begeistert. Viele übereinander gestapelte Melodien und Elemente verfließen nie vollkommen, sondern stehen immer noch für sich selbst. Unterschiedlichste Blaupausen werden nur durch den Sound verbunden, denn fast alle Instrumente wurden nachbearbeitet und klingen ein wenig nach Dosenmusik, nach Homerecording. Manchmal wirken die Aufnahmen ein wenig zu zweidimensional, aber sobald diese Ahnung aufkommt, wird sie auch schon wieder durch die Interaktion der Instrumente verdrängt. Ein weiterer Ankerpunkt des Albums ist Dayve Hawkes oftmals leicht verzehrte oder sonstwie angefremdete Stimme, die er oftmals androgyn, aber immer exakt platziert, einsetzt.

Schon das Eröffnungsdoppel ‚Wait In The Dark‚ und ‚Today Is Our Life‚ spielt groß auf. Wer jetzt an Opulenz und große Songaufbauten denkt wird zuerst enttäuscht und danach von der schlichter Schönheit und den feinen Melodien überrannt. Tasteninstrumente in allen Facetten, Orgeln im Überfluss und vor allem dieses besonders entspannte und relaxte Atmosphäre machen die beiden Songs zu kleinen Wohnzimmer-Juwelen. ‚Sunhits‚ macht seinem Namen alle Ehre und ist mit den gerade notwendigen Beats und und seinen läutenden Riffs ein kleiner Sommerhit. Eingefasst wird das ‚Player Piano‘ Erlebnis durch die Intro/ Outro Kombination ‚Musicbox (in)‚ und ‚Musicbox (out)‚. Beide Tracks erinnern an analoge Sounds einer Spieluhr und vermitteln somit ein surreales Gefühl.

Was Memory Tapes zum ganz großen Wurf fehlt sind ein wenig mehr Spannung und vor allem Überraschungsmomente. In jedem Fall ist Player Piano ein wunderschönes Album, dem sein Wohnzimmercharakter und seine unbeschwerte, nonchalante Art verdammt gut steht.

Memory Tapes – Player Piano
VÖ: 05. Juli 2011 (Carpark)
www.myspace.com/memorytapes
http://weirdtapes.blogspot.com

Memory Tapes „Yes I Know“ from Najork on Vimeo.

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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