Musik

Veröffentlicht am 1.12.2011 | von Julian C.

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PSYCHEDELIC HORSESHIT – Laced

Wenigstens wird sich die Band nie vorwerfen lassen müssen, nicht alle gewarnt zu haben: Bereits im Namen geben Psychedelic Horseshit ein Versprechen ab, wohl kaum gewohnte Hörerlebnisse bedienen zu wollen. Wobei ein anderer Bandname eventuell passender gewesen wäre- aber der Reihe nach.

“Laced” ist die zwölfte Veröffentlichung der Band aus Orlando in fünf Jahren. Eine aus diesem beträchtlichen Auswurf zusammengeschusterte “Best of” trägt den bezeichnenden Titel “Shitgaze Anthems”. Wirkten diese noch wie lose Mitschnitte aus wilden Session von Krachmacherstraßenmusikanten, ist auf dem neuen Album aber eine – im kleinen Rahmen – Hinwendung zur Professionlität zu begutachten.

Die Vorangehensweise, erst einen sich klassisch anbiedernden Popsongs zu schreiben, nur um via Verfremdungseffekten und Störgeräuschen den Zugang zu ebenjenem erheblich zu erschweren, ist nicht ganz neu und spätestens seit den Umtrieben des Animal Collectives sogar en vogue. Psychedelic Horsehit klingen in etwa wie deren ADS- geplagter, finster dreinblickender Cousin. Sporadisch eingebaute Melodieschnipsel werden umgehend in Lärm etränkt, Sinnliches mit verzerrten, verschnupften und stets mies gelaunt klingenden Vocals an seinen Platz zurückgescheucht.

So humpeln die elf Tracks immer nahe heran an die Schmerzgrenze – und torkeln teilweise darüber hinaus. Das dunkel vor sich her mäandernde “I Hate The Beach” schlurft wie eine untote Zombieversion von Vampire Weekend oder Washed Out daher, wirkt aber zu keinem Zeitpunkt blutleer. Auf “Another Side” heult die Mundharmonika munter mit im kuriosen Klangkabinett, und “Revolution Waters” verspritzt krawalligen Chillwavecharme aus zu schlechten Boxen.

Die permanente Übersteuerung dürfte allerdings die meisten Hörer und Hörerinnen schwindlig werden lassen, und somit entzieht sich “Laced” bockig gängigen Bewertungskriterien. Der Name “Psycheldelic Donkeyshit” hätte wahrscheinlich besser zur Band gepasst, lassen sich doch auf die Musik viele Eigentarten übertragen, die man auch Eseln zuschreibt. Irgendwie schlau, aber verflucht stur. Wer einen gewissen Hang zum Masochimus hat, wird gerne mitreiten, alle anderen dürfen sich vorher abwerfen lassen.

Psychedelic Horseshit – Laced
VÖ: 10. Juni 2011,  Fatcat (Rough Trade)
http://psychedelic-horseshit.tumblr.com/

 

httpvh://www.youtube.com/watch?v=zWFB_yBQtnE

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