Reviews The Black Keys - El Camino CD-Kritik

Veröffentlicht am 15.12.2011 | von Fred

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THE BLACK KEYS – El Camino

The Black Keys - El Camino CD-Kritik

Well I’m so above you
And it’s fine to see
But I came to love you anyway
So you tore my heart out
And I don’t mind bleeding
Any old time to keep me waiting
Waiting, waiting

(The Black Keys – Lonely Boy)

Mit ihrem letzten Album ‚Brothers‚ sind die Black Keys endlich dort angekommen, wo sie schon lange hingehören: Im Rock-Olymp. Nun folgt der von niemand geringerem als Danger Mouse produzierte Nachfolger ‚El Camino‚ und es stellt sich unweigerlich die Frage ob die Band um Sänger und Gitarrist Dan Auerbach und Schlagzeuger Patrick Carney es schafft ihr enorm hohes Niveau zu halten.

Eines Vorweg: Das Jahr 2011 war nicht besonders ergiebig an überzeugenden Rock n Roll Platten. Doch dann kommen kurz vor Jahresende die Black Keys daher und schmettern dem geneigten Hörer einen wunderbar kompromisslosen Bastard aus Blues, Country, Soul und vor allem Rock um die Ohren. Dem kraftvollen Opener und der ersten Single ‚Lonely Boy‚ folgen die beiden hymnischen und trotzdem fast schon unverschämt tanzbaren Ohrwürmer, ‚Dead And Gone‚ und ‚Gold On The Ceiling‚. Besonders ‚Dead And Gone‘ ist mit seinem feucht-schwülem Chor und den knallig-großartigen Handclaps ein Song der an die Wurzeln der Black Keys erinnert und einfach nur nach vorne prescht. Danach ‚Little Black Submarines‚. Ein (zumindest zu Beginn) lieblich akustisches Kleinod, das dem epischen Klassiker ‚Stairway to Heaven‘ ein oder sogar zwei zwinkernde Augen zuwirft. Hier wird die offensichtliche Inspiration im Retro Sound der Band musikalisch noch einmal mehr als deutlich ausgesprochen. ‚Money Maker‚ macht eine der großen Stärken der Black Keys deutlich, nämlich die Kunst, große Songs aus einer kleinen, simplen Idee zu entwickeln. Endlich mal wieder eine Talkbox, dreckig verzerrte Gitarren und Stones-Anleihen. Einfache Ideen die einem in ihrer perfekt hookigen Umsetzung das Hirn durchspülen. Doch auf ‚El Camino‘ herrscht kein Stillstand. In der zweiten Hälfte des Album werden dem bewährten Konzept des Duos ein Hauch neuer Elemente hinzugefügt. Hier mal ein Synthie, dort mal weibliche Background-Vocals oder Chöre. ‚Sister‚, ‚Stop Stop‚ und ‚Nova Baby‚ gehören zu den im Detail innovativeren Songs der LP. Doch im Grunde bleibt das Erfolgsrezept unangetastet: Ehrlich erdiger Blues-Rock, der mitreißt und bewegt.

Und so bleiben die Black Keys eine der besten und sympathischsten Rockbands der Gegenwart. Von selbstgefälligem Rock-Posertum fehlt jede Spur und auch der Weg in die Charts und Grammys konnten am Auftreten des grundsoliden Duos nichts ändern. Trotzdem: Die Black Keys denken größer als bisher, viele der Songs sind auf die Halle ausgelegt und protzen ein wenig mehr in Produktion und Sound. Eingefleischten Fans wird der Sound des bewährten Garagenblues gefallen und auch die Änderungen im Detail wirken erfrischend, aber dennoch unaufgesetzt. Was bleibt also nach dem Hören des Albums hängen? In jedem Fall wohl der Eindruck eines der besten klassischen Rock-Alben in 2011 gehört zu haben. Und die Frage, wieso es nicht mehr Bands gibt, die noch so ehrlich und geradeaus rocken können wie die Black Keys.

The Black Keys – El Camino
VÖ: 02. Dezember 2011 (Nonesuch/ Warner)
http://www.theblackkeys.com
http://www.myspace.com/theblackkeys

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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