Reviews Chris Klopfer - The Moon

Veröffentlicht am 13.01.2012 | von Fred

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CHRIS KLOPFER – THE MOON

Chris Klopfer - The Moon

I‘ve been sleeping with all the girls

Just to say that I‘m in love with you
I‘ve been drinking all this shit
Just to say that I‘m in love with you.

(Chris Klopfer – The Moon)

Es gibt einige wenige deutsche Künstler, bei denen man sich unweigerlich die Frage stellt, wieso man sie bisher nicht kannte. Zu eben dieser Gattung Musiker gehört auch Chris Klopfer, Sänger der Kölner Indie Band NIL. Mit ‚THE MOON‘ veröffentlicht er sein erstes Soloalbum auf Popanz Produktions und beweist, dass er auch mitreißende englische Texte schreiben kann.

‚THE MOON‘ erzählt eine auf wahren Begebenheiten basierende Nachkriegsgeschichte, die Chris Klopfer in bester Homerecording-Manier in seinem Schlafzimmer aufgenommen hat. Und genauso charmant und verträumt, wie man sich solch ein Singer/Songwriter Album vorstellt, klingt das auch. ‚THE MOON‘ ist ein musikalischer Einstand, der majestätisch und strahlend wie der Mond selbst ist. Mit großen Worten und kleinen Gesten werden fragmenthaft Erinnerungen und Ausschnitte aus Liebe und Leben erzählt, immer mit dem großen Plan der konzeptionellen Handlung im Hintergrund. Thematisch regieren große und kleine Gefühle: Selbstzweifel, Zugehörigkeit und zerberstende Beziehungen werden mit ihrer eigentlichen Schwere beinahe leichtfüssig und manchmal fast euphemistisch vorgetragen. Jeder einzelne Song schafft es zu berühren und trotz der emotionalen Tiefe bleibt das Album souverän jeglichem Kitsch fern.

Über einzelne Songs zu schreiben, fällt schwer, da ‚THE MOON‘ als Gesamtwerk begeistert. Die Lieder auf der LP greifen manchmal offensichtlich, manchmal subtil ineinander und musikalisch bleibt als roter Faden ganz klassisch die Gitarre und Chris Klopfers herrlich gefühlvolle Stimme. ‚Siren Call‚ erinnert zum Beispiel an Altmeister Neil Young und begeistert durch seine herrlich klassische Songstruktur. Besonders das letzte Drittel des Songs weiß mit Banjo und emotionaler Euphorie zu überzeugen. Die erste Single ‚For A Long Time‚ hingegen gefällt durch ihre gebrochene Langsamkeit und eine tragisch-ruhige Melancholie. Der letzte Track, das an Devendra Banhart erinnernde ‚The Boy Without A Sound‚, beschliesst die LP mit seinen unwirklich stotternden Klängen und einem Hauch Freak Folk. Sprachlos wird man zurückgelassen und reibt sich verwundert die Ohren: Was für eine wundervolle Platte.

Und da solch ein gelungenes Werk auch in die Welt heraus getragen werden muss, begibt sich Chris Klopfer im Januar auf Album-Release-Tour. Wer die Chance hat einen unserer aktuellen Lieblingskünstler live zu erleben, sollte sich diese nicht entgehen lassen. Vom Konzert sollte man, ausser der Erinnerung an einen fantastischen Abend, auch die streng limitierte CD mitnehmen, von ‚THE MOON‘ existieren nämlich nur genau 100 Exemplare.

13.01. Fotoraum, Köln
14.01. Secret Show (tba), Amsterdam
15.01. Be Le Coq, Brüssel
16.01. Music Week (rvsp), Köln
19.01. Haifischbecken, Bremen
20.01. Gelegenheiten, Berlin
21.01. Hasenschaukel, Hamburg
22.01. Analog Soul, Leipzig
28.01. Schlaraffentag, Köln


Chris Klopfer – THE MOON
VÖ: 13. Januar 2012, Popanz Productions
www.chrisklopfer.com
http://chrisklopfer.bandcamp.com

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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