Film Sleeping Beauty - Filmkritik

Veröffentlicht am 7.03.2012 | von Fred

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SLEEPING BEAUTY – Filmkritik

Sleeping Beauty - Filmkritik

Du wirst einschlafen und wieder aufwachen. Und du wirst dir vorkommen, als hätten die Stunden zuvor niemals existiert

(Clara zu Lucy – Sleeping Beauty)

‚Sleeping Beauty‘ ist ein Film, über den man sich streiten kann. Subversiv spannendes Erotik Drama oder misslungenes Film-Experiment?

Die bildhübsche Lucy (Emily Browning) finanziert sich ihr Studium mit allerlei Nebenjobs. Sie arbeitet als Hilfskraft in einem Restaurant und in einem Büro, ist aber auch bereit sich zu prostituieren. Als sie auf eine Anzeige in einer Studenten-Zeitung aufmerksam wird, verändert sich ihr Leben radikal. Beim Vorstellungsgespräch verlangt ihr neuer Boss Clara (Rachael Blake) absolute Diskretion als oberste Maxime. Eine Vernachlässigung dieser Pflicht hätte für Lucy, die sich fortan Sara nennen soll, schmerzhafte Konsequenzen. Anfangs fungiert als leicht bekleidete Servierkraft in einem exquisit-dekadenten Altherren-Club. Doch auch dieser Job ist nur eine Art Probe, für das was Lucy noch erwartet. Denn bald bekommt sie das Angebot für die Position der ‚Sleeping Beauty‘, den Chefin Clara folgendermassen beschreibt: „Du wirst einschlafen und wieder aufwachen. Und du wirst dir vorkommen, als hätten die Stunden zuvor niemals existiert“. Lucy willigt ein. Bewusstlos wird sie in einer sogenannten „Dornröschen“-Kammer drapiert, wo die alten Herren ihre Sexphantasien an ihr ausleben dürfen. Mit einer Einschränkung: Keine Penetration. „Deine Vagina ist ein Tempel“ ist Claras Credo, doch natürlich bleiben die Einsätze in der Kammer nicht ohne Folgen.

So viel zum eigentlich extrem vielversprechenden Plot von ‚Sleeping Beauty‘. Die größten Kritikpunkte am Film sind sein Tempo und die inhaltliche Leere, denn es passiert wenig und es passiert langsam. Nur durch Julia Leighs extrem gute Inszenierung funktioniert der Film dennoch. ‚Sleeping Beauty‘ ist kühl bis ins Mark, in jeder Szene, in jeder Einstellung und in jeder Geste. Die Bilder, die Kameramann Geoffrey Simpson auf die Leinwand zaubert, erinnern oftmals an klassische erotische Gemälde. Hinzu kommt eine sehr minimalistisches Sound-Design und eine äußere Monotonie der Erzählung, die fast beängstigend ist. Doch eben durch diese Distanz und Ungewissheit baut der Film eine unterschwellige Spannung auf, die den Zuschauer die meiste Zeit an den Plot fesselt. Doch: Zu viele Fragen bleiben ungeklärt und insgesamt passiert einfach zu wenig. Lucy bleibt ein flacher Charakter und es fällt äusserst schwer Emotionen oder gar Mitgefühl für sie aufzubringen. Dies kann natürlich auch so gewollt sein, da sie ja anscheinend noch nicht mal für sich selber etwas empfindet. Ein weiterer Wermutstropfen ist die Andeutung der sehr klischeehaften Geschlechterrollen. Daneben kann ‚Sleeping Beauty‘ mit Motiven,  wie dem moralischen Verfall der Protagonistin, kapitalistischer Ausbeutung und zeitgenössischer Isolation des einzelnen Menschen punkten. All diese Themen werden jedoch nur angedeutet und nicht konsequent umgesetzt. Der Zuschauer muss sich schon selber Gedanken zum Plot machen, vorgesetzt bekommt er hier nichts.Und so ist ‚Sleeping Beauty‘ leider nicht mehr, als ein durchaus gelungenes Debüt, dass durch Inszenierung und Atmosphäre beindruckt, aber auf inhaltlicher Ebene zu wenig hergibt.

Sleeping Beauty (Australien 2011)
Regie: Julia Leigh
Darsteller: Emily Browning, Rachael Blake, Ewen Leslie
DVD-VÖ: 09. März 2012, Capelight Pictures

In Zusammenarbeit mit Capelight Pictures verlosen wir zum DVD-Start von ‘Sleeping Beauty’ eine DVD des Films! Ihr wollt gewinnen, dann schreibt uns bis zum 22. März eine Mail mit dem Betreff ‘Schlafende Schönheit’ und eurer Adresse an gewinnen@bedroomdisco.de. Mit etwas Glück habt ihr den Film bald daheim im Briefkasten…

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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