Musik

Veröffentlicht am 20.03.2012 | von Doris

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WHOMADEWHO – Brighter

We found the rhythm in the sun

(WhoMadeWho – The Sun)

Nach ihrem ersten Album ‚Who made Who‘ (2005) gefolgt von der Lagerfeuer-Verarbeitung ‚The Green Versions‘ (2006) und ‚The Plot‘ (2009), alle auf dem Gomma Label veröffentlicht, kommt nach der ‚Knee Deep‘ EP (2011) der nächste Geniestreich auf dem Kompakt Label.
Alteingefleischte WhoMadeWho-Begleiter wird das neue Album ‚Brighter‘ sehr überzeugen. Mit ‚Indside World‘, dem ersten Track der Platte, fällt das dänische Trio direkt mit der Tür ins Haus. Der Einstieg ist elektronischer gehalten als bei den Vorgänger Alben. Die Synthies beginnen zunächst zart und vorsichtig mit viel Raum und Sphäre, um den Song dann, nach Einsatz von Beat und Gesang, als melodiösen Gassenhauer zu entpuppen. Die Lyrics bestechen und bleiben zwischen den Ohren hängen. Dieses Phänomen soll sich von nun an, wie ein roter Faden, durch das gesamte Album ziehen. Bei  ‚Greyhound‘ und ‚The Sun‘, die nächsten zu erwähnenden Stücke, fehlen die Superlativen, um zu beschreiben wie die Macher es vermochten auf den eigentlichen Höhepunkt jedes Tracks derart subtil vorzubereiten, dass man …

… innerlich zerplatzen,

sich die Kleider vom Leib reißen oder sich einfach nur

mit geschlossenen Augen der Theatralik hingeben,

die Sonne aufgehen lassen, den Rhythmus finden und

laut „Oh Yeah, Oh Yeah“ mitsingen möchte.

Wie in einem Schaffens-Vakuum, unbeeindruckt von den äußeren Einflüssen, so scheint es, zaubern WhoMadeWho stilgetreu die weiteren Songs des Albums aus ihren verschlissenen Kostümärmeln. Bei ‚The End‘ dem vorletzten Lied spielen die drei zarghaft mit typischen Dubstep Wawa-Sounds, ohne es dabei zu übertreiben und aufdringlich zu werden. Sehr schön, auch das gelingt.

Mitreißend bestempeln Tomas Hoffding und Jeppe Kjellberg die Songs mit ihren markant-theatralischen Stimmen, alles wie immer und zugleich viel Dynamik und musikalische Weiterentwicklung. Etwas weniger Punk, eine Schippe mehr Beat, das Album ist satter produziert als seine Vorgänger.

‚Brighter‘ ist eine Punktlandung. Elektro-Punk-Disco-House-Pop vom aller feinsten. Deshalb Obacht: Ungeduldiges Vor- und Zurückskippen zu den persönlichen Favoriten kann fatal enden! ‚Brighter‘ ist ein Album, das vorsichtig konsumiert werden sollte. Peu à peu und mit viel Bedacht, in geringen Dosen, Lied für Lied und bloß nicht zu viel auf einmal. Schnell stößt man übers Ziel hinaus, erliegt der Sucht es immer öfter und lauter zu konsumieren und läuft schnell Gefahr sich mit dem Sound, dem schäumenden Rausch und Glücksgefühl rücksichtslos bereichern zu wollen. Jeder weiß, was passieren kann, wenn der Zauber eines Albums allmählich verlicht, man sich „satt gehört“ hat, weil die Handbremse versäumt wurde zu ziehen und  man sich dafür in den Allerwertesten beißen könnte. Tritt dieses Missgeschick tatsächlich ein, gibt es zum Glück noch die hervorragenden Vorgänger-Alben, die für die erste Entzugszeit herhalten können.

PS: WhoMadeWho spielen heute Abend im ZOOM Club (ehemals Sinkkasten) in Frankfurt!!! Ein absolutes Muss! Zur Veranstaltungseinladung in Facebook geht es HIER.

WhoMadeWho – Brighter
VÖ: 2. März 2012, Kompakt
www.whomadewho.dk

httpvh://www.youtube.com/watch?v=cLu-eKhV5_0

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