Interviews

Veröffentlicht am 16.05.2012 | von Dominik

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MAIFELD DERBY FESTIVAL – Interview

Erst im zweiten Jahr organisieren die Macher vom Maifeld Derby (die harten Fakten und die Möglichkeit 1×2 Tickets zu gewinnen gibt es hier) ihr feines Festival-Baby in Mannheim. Doch von Anlaufschwierigkeiten ist nichts zu sehen. Dafür überzeugt das Festival mit einem breiten Spektrum bezüglich des musikalischen Angebots, einer Top-Kulisse und super Organisation – etwas von dem man sich als einfacher Besucher diesen Freitag und Samstag überzeugen kann. Mitten im Stress hat sich einer der Macher bereit erklärt sich unseren Fragen zu stellen – daher hier einige Background-Informationen in unserem Interview zum Maifeld Derby Festival!



1. Steckbrief:

– Name: Maifeld Derby
– Gründungsjahr: 2011
– Standort: Mannheim
– Termin: 18.+19.05.2012
– Preis: 35 € zzgl. Gebühren
– Besucher: 2000/Tag

2. Fragenkatalog:

– Aus welchem Grund habt ihr angefangen das Festival zu veranstalten?
Hmm, sowas macht man wohl vor allem aus Spaß an der Freude. Das Festival ist zumindest kein Teil eines Businessplans, sondern ein lange gehegter Wunsch, den es einfach mal umzusetzen galt. So muss das auch anfangen.

– Gab es ein anderes Festival, dass euch als Inspiration diente – welches bzw. aus welchen Gründen?
Als fleißiger Festivalbesucher sind Einflüsse sicher nicht von der Hand zu weisen. Allerdings sind insbesondere Festivals im Ausland hängengeblieben, da diese irgendwie spannender sind. Also jetzt erstmal rein musikalisch. Ein Beispiel wäre das „Rock dans tous des etats“ bei Paris, wo halt einfach mal ’ne Folk Band, ’ne Metal Band und ein Hip Hopper hintereinander spielen. Zusammengehalten durch Qualität. Party muss man ja nicht immer nur zu Hallihgalli-Mucke feiern. Auf einem Festival sollte es auch darum gehen neue Musik zu entdecken, anstatt sich zu den Indie-Dissen-Evergreens zu besaufen und auf den Putz zu hauen. Wobei das natürlich auch mal sein muss. Das sollte man in beide Richtungen offen sein.

– Welchem musikalischen Genre würdet ihr euch zuschreiben?
Im weitesten Sinne ist das mittlerweile wohl schon im Rahmen von (Indie)- Popmusik anzusiedeln. Aber eben nicht im Sinne von Radio-Einheitsbrei, sondern schon auch mal etwas gewagter und erfrischender. Ansonsten versuchen wir da möglichst offen zu sein. Beim diesjährigen Programm ist ja auch von Post-Rock über Songwriter-Folk bis hin zu Hip Hop ein relativ breites Spektrum abgedeckt. Wobei das sicherlich noch ein wenig breiter geht, mal sehen was die kommenden Jahre so bringen.

– Ihr begrenzt euch bei eurem Festival nicht nur auf Musik – was gibt es sonst noch alles bzw. warum bietet ihr noch mehr Programm an?
Es gibt noch Lesungen, Kurzfilme und ein paar Spielereien wie den Session Play Me Room, der zum Jammen einlädt. Das soll einfach auch etwas Abwechslung zum straffen musikalischen Zeitplan sein. Die Besucher sollen eine gute Zeit haben, darum geht’s. Am schlimmsten war’s doch immer von Bühne zu Bühne zu eilen und sich die Füße platt zu laufen. Diese Punkte könnte man auch als kleine „Ruheinseln“ bezeichnen um sich danach wieder erholt in den Festivaltrubel zu stürzen.

– Wie kam das erste Mal zustande? Auf welche Probleme seid ihr gestoßen?
Zuerst einmal mussten wir eine Location finden, das war natürlich die größte Herausforderung. Aber mit Hilfe von Sebastian Dresel (damals noch Beauftragter für Popularmusik der Stadt Mannheim) sind wir dann fündig geworden. Ansonsten natürlich das Übliche wie Auswahl der Partner und auch die Finanzierung. Das hat schon alles seine Zeit gedauert und auch für so manch verzweifelten Moment gesorgt. Aber da muss man durch, das ist im zweiten Jahr auch nicht anders.

– Nach welchen Gesichtspunkten habt ihr die Location gewählt?
Irgendwann sind wir bei unseren Gelände-Exkursionen auch auf dem Maimarktgelände gelandet und recht schnell hat sich ein Bild herauskristallisiert. Und Peter Hofmann vom Reitverein fand das auch gleich super und hat uns unterstützt. Die Infrastruktur ist einfach super und die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Die Stadiontribüne, die kurzen Wege, Parkplätze, Verkehrsanbindungen, etc… alles super und so auch einmalig. Davon galt es die Leute auch erstmal zu überzeugen, ein trostloses Messegelände klingt ja im ersten Moment nicht besonders attraktiv. Da waren viele überrascht, dass sich der Gelände dermaßen perfekt eignet.

– Wie lief das letzte Jahr?
Großartig! Der Erfolg hat selbst die größten Zweifler („mach des net, sowas funktioniert net in Monnem“) überzeugt. Die Reaktionen waren durchweg positiv und der Ablauf hat soweit auch sehr gut geklappt. Klar war hinter den Kulissen Stress pur angesagt, aber davon hat man draußen wohl eher weniger mitgekriegt. Unterm Strich hätte es nicht besser laufen können!

– Welche Änderungen wird es dazu dieses Jahr geben?
Never change a running horse festival! Also haben auch vieles so gelassen. Aber alles wäre ja auch langweilig: Neu ist die 4te Bühne (bzw. halbe Bühne, da auch nur nachts bespielt und eher klein), ein größeres Catering-Angebot und Kooperationen mit „Zum Goldenen Hirsch“ (Kurzfilmfestival), „B-Seite“ (Visuals) und „Brückenaward“ (Bühne). Alles regionale Institutionen, die sich in der Region bereits einen Namen gemacht haben.

– Gibt es eine Band/einen Act auf den ihr euch persönlich am meisten freut?
Favoriten gibt es schon, aber die ändern sich auch ständig. Beispielsweise Tu Fawning, deren Sänger Joey Haege letztes Jahr schon mit 31 Knots da war. Oder auch Hooded Fang aus Kanada, die am Freitag die Aftershow in bester 60ies Manier bestreiten (Twisten anstatt immer nur Electro-Aftershow). Und das könnte jetzt ewig so weitergehen… Unterm Strich holen wir ja nur die Bands, auf die wir auch Bock haben.

– Welche Band/welchen Act würdet ihr euch mal bei eurem Festival wünschen?
Würde das nicht Unglück bringen das hier zu verraten? Sicherlich gibt es ein paar Wunschbands, aber jetzt auch keine „wenn wir die kriegen, dann haben wir alles geschafft“ Band. Wer da so auf der Liste steht, seht ihr dann in den nächsten Jahren.

– Welche Aspekte sind für euch als Macher bei einem Festival am wichtigsten?
Auf der musikalischen Ebene wollen wir natürlich ein einzigartiges und gutes Programm anbieten, welches auch die ein oder andere Überraschung zu bieten hat. Im letzten Jahr war z.B. der Erfolg von 31 Knots eine große Bestätigung für uns. Die kannte vorher kaum jemand und hinterher wurden sie meist als Highlight mit aufgeführt. Sowas ist dann natürlich besonders schön. Oder auch Katzenjammer, die erst nach dem 1. Maifeld Derby so richtig groß wurden.
Und neben der Musik ist es einfach wichtig, dass sich die Besucher wohlfühlen. Keine langen Wege, gehobene sanitäre Anlagen, gutes Essen, nette Leute…. die Soft-Facts eines guten Festivals! Das Maifeld Derby ist mit viel Liebe gemacht und das merkt man auch.

– Welche Rolle spielt ehrenamtliche Arbeit bei eurem Festival?
Ohne freiwillige Helfer kein Festival. Das erstreckt sich fast über alle Aufgabenbereiche und endet bei uns. Zum Glück haben wir bereits im ersten Jahr en sehr tolles und engagiertes Team zusammengebracht, auf das wir nun auch bauen können. Danke, ihr Derby Fohlen! (und Props an den Kollegen Julian, der die ganze Herde auch jetzt wieder zusammengetrommelt hat und füttert und striegelt)

– Wie viele Menschen arbeiten an dem Festival mit?
Am Wochenende selbst ca. 80 Leute, ansonsten so einer bis fünf. Das wird sich aber auch ändern, so dass die Aufgaben besser verteilt sind und auch übers Jahr mehr passiert. Das Kernteam hat sich erst im Laufe der Zeit herausgebildet, so dass dieser Prozess gerade im vollen Gange ist.

– Welchen Background habt ihr als Macher?
Wir kennen uns bis auf eine Ausnahme alle über unser Studium an der Popakademie. Julian und Lucy studieren dort noch, Peter und Maxxi betreiben die Management Agentur Karakter Wordwide (u.a. Wallis Bird, Get Well Soon, Sizarr, Russkaja), Thomas geht noch zur Schule, Micha macht Praktikum und ich mache die Booking Agentur Karakter Live (u.a. Abby, We invented Paris, Wallis) und spiele Bass bei Get Well Soon (Maxxi übrigens Gitarre). Mit Musik haben wir also alle zu tun.

– Eure Top 3 Alben aus 2012 bisher? Warum?
Naja, das mag jetzt Zufall sein oder auch nicht, aber da stehen Me And My Drummer, Tu Fawning und Anais Mitchell vorne. Alles Scheiben von Derby Acts. Vielleicht sind wir da sonst etwas hinten dran oder die sind wirklich so gut. 😉 Auf jeden Fall laufen die hier rauf und runter und wir freuen uns schon alle wie die kleinen Schulkinder auf die dazugehörigen Konzerte.

– Welcher Song passt zu eurer aktuellen Stimmung?

Das wäre dann wohl vollkommen überladener und verfrickelter Prog-Rock. Da weiß ich keinen Titel. Irgendwas mit „Pt.2“ am Ende. Viel los im Moment und nervige Gitarrensoli sind auch dabei. Aber am Ende wird sich das Puzzle wieder zusammenfügen und dann läuft auch wieder „Love is in the air“.

– Welcher Song bringt euch jedes Mal wieder zum Tanzen?

Oje, noch ein Tanzmuffel-Outing zum Ende?!? Äääh, dann wohl „Where Are Your People?“ von We Have Band. Das ist einfach ein Arschwackel Ohrwurm vom feinsten, da kann man die Beine nicht still halten.

– Wer hat den Fragenkatalog ausgefüllt?

Timo

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