Musik

Veröffentlicht am 4.09.2012 | von Lara

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DIIV – Oshin

Innocent and late for love in a city
I’d wait so long to feel you feel you here alone yeah
I’ll seep your bones and innocently wait for love

(DIIV – `Wait´)

Nur die Lieder von jemand anderem zu spielen, wird irgendwann langweilig. Das Gefühl hatte auch Zachary Cole Smith, Gitarrist von den Beach Fossils. Mit seiner Band DIIV kann er jetzt seiner eigenen kreativen Ader freien Lauf lassen und liefert mit dem Debüt `Oshin´ melodischen Gitarren-Pop, der von lausigen Sommernächten erzählt und romantische Träume zelebriert. DIIV brauchen nicht viele Worte, um ihre Musik zum Ausdruck zu bringen. Im Zentrum dieser fast märchenhaften Platte dominieren fließende Gitarren, die jeden Song zum harmonischen Oeuvre erheben. Welche Platte sollte sich für einen schönen Sommer besser eignen?

So ganz von den Beach Fossils entfernt ist der Sound von DIIV letztlich nicht. Weiche Indie-Pop Melodien und ein eingängiges Klangmuster verbindet die beiden Brooklyn Bands. Nur liebäugelt Zachary Cole Smith mehr mit 80er Synthie-Pop und deutlich verhallten Vocals. Bei `Human´ erklingt der Gesang nur wie ein Schall im Rausch der schwingenden Gitarren. `Sunrise waiting I knew myself completely then nothing love though it hasn’t said but youth light fading.´ – Bei solchen Sätzen geht wahrlich im Inneren die Sonne auf. DIIV vertonen mit subtiler Melancholie all die Dinge, die für eine entspannte Atmosphäre stehen: Sommer, Sonne, Strand assoziiert der schwelgerische Sound der Brooklyner. Vor allem `How Long Have You Known´, der herausragende Track der Platte, braucht nicht viel Text (im dem Fall nur drei Sätze), um die Intention zu bekunden. „Forever, if ever„, ertönt nicht nur im Gesang, sondern drückt sich auch in dem ewig scheinenden Melodiefluss aus. „Lass dich fallen und verliere dich in der Harmonie der Musik“, könnte das Motto von `Oshin´ sein. Jeder Song klingt frisch, unbeschwert und doch so eindringlich. Manche Songs sind dynamischer und fröhlicher (`Past Lives´, `Follow´), andere zeichnen sich durch schwerere Rhythmen aus (`Earthboy´). Laut eigener Aussage von Cole Smith trägt die Platte melancholische Züge. Trotz dieser kleinen Stimmungsschwankungen klingt `Oshin´ doch sehr einheitlich. Wie eine Welle schlagen die Töne gleichmäßig an und wirken überaus beruhigend.

Der ursprüngliche Name Dive nahm auch Bezug auf das Element Wasser oder leitete sich von einem Nirvana Song ab, so ganz ist die Herkunft nicht geklärt. Doch aus Respekt vor einer Industrial-Rock Band wurde aus Dive nun DIIV. Bedeutend bleibt der Name trotzdem. Abtauchen in die Schönheit der Natur könnte wohl die versteckte Botschaft der Band lauten. Es ist auffällig, dass die Gitarren fast den ganzen instrumentellen Raum einnehmen, doch wirklich rockig klingt die Platte nicht. Nur `Doused´ macht einen kurzen Ausflug ins düstere Post-Punk-Genre. Wie bei Beach Fossils steht die erzeugte Stimmung im Vordergrund. Und die ist bei DIIV berauschend.

DIIV – `Oshin´
VÖ: 29. Juni 2012, Captured Tracks
www.facebook.com/diivnyc

How Long Have You Known – DIIV from dragonash on Vimeo.

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