Reviews Honig - Empty Orchestra CD-Kritik

Veröffentlicht am 19.10.2012 | von Fred

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HONIG – Empty Orchestra

Honig - Empty Orchestra CD-Kritik

Take a seat where should I begin
Take control of this submarine
Take good care of your lungs and your liver
It‘s not the cold that is making you shiver

(Honig – For Those Lost At Sea)

Nach seinem Debüt, das Honig bereits 2009 veröffentlichte, erscheint mit ‚Empty Orchestra‘ nun schon sein zweites Album. Doch so leer wie der Albumtitel (eine Umschreibung des Wortes Karaoke – Leeres Orchester) suggeriert,  ist der Orchestergraben nie. Mit Tim Neuhaus, Jonas David, John Elliott (Emeralds) und Gianni Marzo (Isbells) versammelt Stefan Honig eine beachtliche Anzahl an Co-Musikern auf seinem Zweitwerk. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger ist Empty Orchestra eher ein Bandalbum geworden, doch natürlich gibt es immer wieder Ausflüge in bekannte Singer-Songwriter Gefilde.

Sleep Driver‚ eröffnet mit melancholisch ruhigen Tönen, immer wieder blitzt dabei eine unaufdringliche und subtile Opulenz im Hintergrund auf. Hier wird Power-Pop geboten, wie ihn Nada Surf oder Snow Patrol nicht besser spielen können. Darauf folgt ‚For Those Lost At Sea‚, das gleichzeitig erste Single und unbedingter Anspieltipp ist. Ruhig und bedächtig werden hier Schifferklavier, Gitarre und Honigs Stimme zu einem stimmig-reduzierten Gesamtwerk verwoben. Besonders der Refrain bleibt schnell im Ohr und schnell summt man beiläufig die Melodie des Songs vor sich hin. ‚In My Drunken Head‚ drückt dann ein wenig auf die Tränendrüse, ohne jedoch dem sich anbietenden Junge mit Gitarre Schema zu verfallen. Stattdessen wird sich auf poppige Gesten und Unterstützung durch eine weibliche Zweitstimme besonnen. In solchen Momenten ist die Gänsehaut ganz nah und die musikalische Entwicklung von Honig wird deutlich offengelegt.

‚Empty Orchestra‘ ist zu jeder Zeit sanft und süß und vollgepackt mit herbstlicher Melancholie. Mann kann sich richtig vorstellen im Fensterrahmen zu sitzen, den Blättern beim Fallen zuzuschauen und sich dabei einen emotional-musikalischen Zuckerschock zu genehmigen. Besonders hervorzuheben, ist auch Honigs angenehm internationales Songwriting, das für einen deutschen Künstler durchaus keine Selbstverständlichkeit ist. Als kleiner Wermutstropfen seien noch die manchmal etwas zu profanen Texte erwähnt. Zum Schritt in die erste Riege der Singer-Songwriter fehlt es den Lyrics von Stefan Honig noch ein wenig am Poesiealbumsfaktor. Trotzdem: Empty Orchestra ist ein tolles Album geworden, das wunderbar abwechslungsreiche Pop-Perlen bietet und aus dem Einheitsbrei der Gitarrenmusikszene hervorsticht. Wir freuen uns auf mehr von Herr Honig.

Honig – Empty Orchestra
VÖ: 21. September, Haldern Pop Recordings, Rough Trade
http://www.honigsongs.de/
https://www.facebook.com/honigsounds

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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