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Veröffentlicht am 8.11.2012 | von Fred

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ERRORS – New Relics

Errors - New Relics

Wahrscheinlich wussten die Jungs von Errors nach ihrem hochgelobten dritten Album auch nicht so Recht, wie man am besten weitermacht. Der Druck war da, Fachpresse und Fans lobten das starke Pop-Album. Die Entscheidung für ein Mini Album wurde getroffen. Wieso New Relics nicht als vollwertig LP bezeichnet wird, steht in den Sternen. Acht Tracks und 40min sind nun wahrlich genug. Besonders, wenn sie so gut sind wie auf dem vierten Fast-Album der Errors.

New Relics ist kein einfaches Album. Es ist nicht so catchy wie der Vorgänger Have Some Faith In Magic und vielleicht auch nicht ganz so gut. Doch New Relics wächst mit jedem Durchlauf. Wer sich auf ein wenig Arbeit mit der Platte einstellt wird reich belohnt. ‚Engine Homes‚ nennt sich der atmosphärische Album-Opener. Mit seinen leiernden Flächen, würde der Track einem Science Fiction Soundtrack alle Ehre machen. Musikalischer Retro-Futurismus trifft auf atmosphärische Beat-Bastelei. Damit ist auch schon der Weg für ‚Ammaboa Glass‚ geebnet. Hier gesellen sich jedoch Songstruktur und sogar Lyrics zu dem elektronischen Unterbau der mit afrikanisch anmutenden Sounds verfeinert wird. Der Rhythmus wird verspielter, die Flächen schrumpfen und irgendwie wirkt der Song greifbarer. Doch schon auf ‚Relics‚ wird der Gesang wieder verrauscht und fast unverständlich. Die einzelnen Sounds fliessen zusammen, man kann fast schon von Chillwave sprechen. Und es geht genauso abwechslungsreich weiter. Immer wenn man denkt man hätte Errors durchschaut, bauen sie einen kleinen Twist in jeden Song ein. Einen Kick, den es zu finden lohnt und für den man New Relics unter Umständen auch öfter hören muss. Doch wenn man ihn gefundet hat, zündet jeder Song.

Musikalisch tauchen sie dabei immer in musikalischen Relikten der Vergangenheit. Von Stockhausen bis King Crimson bis hin zu 90er House. Passend dazu erscheint das Album in UK auch als streng limitierte Auflage auf VHS-Kassette, auf der die acht Songs von verschiedenen Videokünstlern visualisiert wurden. New Relics reiht sich nahtlos in die konstante stilistische Weiterentwicklung der Band ein. Hier werden kaleidoskopischen Tracks des Vorgängers neue, weniger beat-getriebene Texturen und dadurch mehr offene Strukturen verliehen. Mehr Flächen und mehr Freiraum zum Interpretieren. Mehr Kaskaden voller bezirzender Synthiessounds, die zwischen After Hour, 70er Prog Rock und 80er Disco pendeln. Wenn man mit solch einem kurzen Album eine so herrliche vielfältige Welt zaubern kann, dann freuen wir uns schon jetzt auf mehr Mini-Alben.

Errors – New Relics
VÖ: 5. Oktober 2012, Rock Aktion, Rough Trade
http://www.weareerrors.com
https://www.facebook.com/errorsband

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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