Bedroomdisco Adventskalender Efterklang - Piramida

Veröffentlicht am 6.12.2012 | von Fred

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Bedroomdisco Adventskalender – EFTERKLANG – Piramida

Efterklang - Piramida

It’s impossible, when the night inverts us
And I wonder, I wonder, I wonder what I am?

(Efterklang – Hollow Mountain)

Das letzte Album ‚Magic Chairs‘ von Efterklang war ein perfekt instrumentiertes, schimmerndes und funkelndes Popalbum, welches bei uns rauf und runter lief. Die Vorfreude auf einen Nachfolger war dementsprechend riesig und umso größer ist die Verwunderung. Auch nach intensivem Hören lässt sich die neue Platte von Efterklang nur schwer bewerten.

‚Piramida‘ nennt sich das nunmehr vierte Album der drei in Berlin lebenden Dänen Mads Brauer, Casper Clausen und Rasmus Stolberg. Namensgebend für die LP ist eine Siedlung auf Spitzbergen, eine ehemalige Bergbaustätte, die gerade einmal tausend Einwohner zählte. Nach der überraschenden Schließung 1998 wurde sie ihrem Verfall überlassen. Efterklang beschlossen auf ihrer unerschöpflichen Odyssey nach musikalischer Inspiration, diese Einöde zu besuchen, um dort einzigartige Sounds zu sammeln. Neben klirrender Kälte, zermürbender Einsamkeit und leeren Ölfässern, entdeckten sie dort einen uralten, verlassenen Flügel. Majestätisch stand dieser in einer verlassenen Konzerthalle und wurde zum heiligen Gral ihrer Suche nach Klängen. Die Experimentierfreudigkeit von Efterklang hat auf ‚Piramida‘ kein Ende gefunden: Gastaufnahmen von Peter Broderick (Geige), Earl Harvin (Schlagzeug), Nils Frahm (Klavier), den Bläsern des Andromeda Mega Express Orchestra und (man staune!) von einem 70-köpfigen Mädchenchor versprechen Abwechslung und Exkurs. Das anspruchsvolle Ziel war, dass jeder einzelne Ton in einer Beziehung zu Piramida oder der Reise dorthin steht. Selbst wenn die Texte nicht von verlassenen Gebäuden und Möwen handeln, so schwingt doch in jeder Note ein Gefühl von Einsamkeit, Abgeschiedenheit und Herrenlosigkeit mit.

Über 1000 Tonaufnahmen wurden akribisch zusammengetragen und in Berlin zu Songs gefust. Dabei sind zehn durchdachte Kunstwerke entstanden, die von Melancholie und Schönheit nur so strahlen. Ein Beispiel: Was auf dem Track ‚Sedna‚ wie eine Orgel klingt, ist eine Klangcollage, in der ein Kraftstofftank und der bereits erwähnte Flügel miteinander kombiniert sind. Es gibt viele solcher Klangcollagen, mal subtil-versteckt, mal offensichtlich-pompös. Doch ein wenig Pop funkelt auch noch. ‚The Ghost‚ fungiert durch die harmonische Polyrhythmik und eine gewisse Beschwingtheit als fantastischer Hoffnungsanker zwischen all den cinematisch anmutenden Balladen und Dramen. ‚The Living Layer‚ hingegen läuft mit seinen nicht vorhandenen Beats, sphärischen Synthies und offenen Flächen ins Leere. Hier wird stoisch das Konzept bedient, auch wenn die Vertonung einer Geisterstadt musikalisch nicht unbedingt ansprechend ist. Ein Problem, dass viele Songs haben. Gewollte Stimmung und krampfhafte Konzeption machen eben noch keine guten Songs. Da kann die Geschichte dahinter noch so gut und die Experimentierfreudigkeit noch so groß sein.

Hand aufs Herz, als Album gesehen ist ‚Piramida‘ nur gut geworden. Sobald man den vierten Langspieler der Dänen jedoch als Experiment oder Konzeptkunst versteht, ist das Album ein absolut überzeugendes Stück Musik. Denn ‚Piramida‘ beeindruckt mit überwältigend großen Klängen und einer Anmut, die jedes noch so schöne Panorama vor Scham in sich zusammenfallen lässt. Trotzdem, für das nächste Mal dürfen es dann wieder richtige Songs sein. Songs die nicht aus Blaupausen, sondern aus Gefühlen entstehen. Kurz: Mehr Herz, weniger Kopf.

Efterklang – Piramida
VÖ: 21. September 2012, 4AD, Beggars Banquet
http://efterklang.net
https://www.facebook.com/efterklang

In Kooperation mit Beats International verlosen wir 2×2 Gästelistenplätze für das Efterklang-Konzert am 14. Dezember in der Brotfabrik Frankfurt. Ihr wollt gewinnen, dann schreibt uns bis heute Abend 20 Uhr eine Mail mit dem Betreff ‚Efterklang‚ und eurem Namen an gewinnen@bedroomdisco.de – die Gewinner werden von uns umgehend per Mail benachrichtigt. Wir wünschen viel Glück!

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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