Musik Bloodgroup - Tracing Echoes Cover

Veröffentlicht am 3.03.2013 | von Fred

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BLOODGROUP – Tracing Echoes

Bloodgroup - Tracing Echoes Cover

How can it be
That it’s hundreds and hundreds of me
And you
Still no one can figure it out 

(Bloodgroup – Fall)

Tracing Echoes‚ nennt sich das dritte Album der Isländer Bloodgroup. Wer jetzt, sobald er Island hört, an entrückt-verträumte Musik á la Sigur Rós oder Björk denkt, wird enttäuscht. Bloodgroup spielen mit einer Vielzahl elektronischer Elemente und zaubern auf Tracing Echoes komplexe und tiefdunkle Soundwelten. Fabelwesen und Feenwälder sucht man hier vergebens.

Ihren Bandnamen hat die Bloodgroup ihren familiären Verhältnissen zu verdanken, denn drei der vier Bandmitglieder sind miteinander verwandt. Passend zur Musik hat sich Band an einem finsteren Wintertag im Jahr 2006 gegründet und auch das Album Cover zu ‚Tracing Echoes‘ kommt in tiefem Schwarz daher und rangiert auf der Wohlfühlskala am unteren Ende. Das passt wunderbar, denn Bloodgroups skizzenhafter und minimalistischer Glitch-Sound der letzten Alben ist passé. Auf der neuen LP schafft das Quartett mit seinem bedrohlichen, tiefdunklen Sound eine ganze Reihe von Antithesen zu der sonstigen isländischen Gute-Laune-Welt. Schon der Opener ‚A Threat‚ stürzt den Hörer umgehend in ein Reich aus düsteren Soundgebilden. Vibrierende Echos und klirrende Klänge zerschneiden die Luft und lassen Raum entstehen, der doch umgehend mit Schönheit gefüllt wird. Vergleichbar mit einem zarten Hauch von Wärme in einer tristen, rauen Umgebung, den wir dadurch umso stärker wahrnehmen. Genau dieser Kontrast definiert ‚Tracing Echoes‘ und macht die Platte enorm interessant.

Oft erinnert der Sound von ‚Tracing Echoes‘ an das Fever Ray Debüt oder vereinzelt auch an die letzten Portishead Alben. Beats und Klänge werden in Richtung Himmel gestapelt und die Musikmaschine dekonstruiert, nur um kurz danach die Einzelteile der Songs wieder vom Boden aufzulesen und neu zusammenzusetzen. Dies wird besonders deutlich bei dem stetig anschwellenden und fast schon agressiven ‚Cut Out Your Tounge‚. Kein Vergleich zu dem vorangegangenen und zärtlich-wehmütigen ‚Nothing Is Written In The Stars‚, bei dem ein zartes Leuchten zwischen den sonst archaischen und kraftvollen Strukturen hervorbricht. Immer wieder wird die wankelmütige Stimmung der LP durch eingängige Vocalpassagen oder majestätische Hooklines durchstossen. Mit ‚Tracing Echoes‘ haben Bloodgroup einen riesigen Schritt nach vorne getan. Sie sind abwechslungsreicher, düsterer, elektronischer, sensibler und emotionaler geworden – einfach besser. ‚Tracing Echoes‘ ist wie ein großer, schwarzer Roboter, der von einem goldenen Herz angetrieben wird. Und solch eine Kuriosität sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

4von512

Bloodgroup – Tracing Echoes
VÖ: 22. Februar 2013, Adp Records
http://bloodgroup.is
www.facebook.com/bloodgroupmusic

httpvh://youtu.be/ZQuVD8-FDeQ

Wer sich davon überzeugen will, wieso Bloodgroup als eine der besten Live-Bands Islands gelten, kann das auf ihrer Deutschland-Tour tun. Hier die Termine:

03.04.2013 Nürnberg – Muzclub
04.04.2013 Würzburg – Kellerperle
17.04.2013 Frankfurt – Das Bett
20.04.2013 Konstanz – Kantine @ The Party Formerly Known As…
22.04.2013 München – Orangehouse
27.04.2013 Bischofswerda – East Club
02.05.2013 Hamburg – Hafenklang

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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