CLAIRE – The Great Escape

We taste honey, we smell blood, raise your fists,
we are the next ones to come
you won’t take us down

(Claire – The Next Ones To Come)

Claire – wieder so eine Band, die sich mit einem einfachen Frauennamen betitelt, aus Deutschland kommt und mit Elektro-Pop Klängen in die Musikwelt hinaus zieht!? Stimmt schon irgendwie. Doch bereits mit der ersten EP ‘Games’ und der gleichnamigen Single haben die vier Jungs aus München zusammen mit ihrer namensgebenden Sängerin Josie-Claire Bürkle gezeigt, dass hier eine Truppe junger ambitionierter Künstler ihre Vorliebe zu Elektro-Synthie-Melodien auslebt.

Die Bandgeschichte startet mit der Story über Josie, die zunächst solo bei einer der unzähligen TV-Castingshows antrat, um dort – glücklicherweise – bereits in der Vorauswahl zu scheitern und von Xavier Naidoo den Tipp zu erhalten ‘sich doch eine Band zu suchen’. Es dauerte jedoch noch eine Weile bis die Musiker und Produzenten Matthias Hauck, Nepomuk Heller und Florian Kiermaier eher zufällig für ein Filmmusikprojekt auf Josie trafen und zum ersten Mal zusammen arbeiteten. Die Chemie stimmte auf Anhieb und nachdem die Band noch durch den Schlagzeuger Fridolin Achten ergänzt wurde, ging das Arbeiten los. Insgesamt 6 Monate verbrachten sie zusammen im Studio um das Debütalbum ‘The Great Escape’ aufzunehmen.

Und mit diesem Debüt haben die Münchner eine liebevolle Hommage an die Popmusik aus den Anfangszeiten des Synthie-Sounds hingelegt. Auf dem Album Opener ‘Broken Promise Land‘ klingen Claire irgendwie zunächst nach Empire Of The Sun, schaffen es dann doch einen vollkommen eigenständigen Sound zu entwickeln. Es folgen die beiden großartigen Titel ‘Games’  und ‘Pionieers’ – die besten Lieder des Albums. Man fühlt sich beim Zuhören manchmal wie in einem Déjà-vu Erlebnis. Vertraut und bekannt erscheinen einem die Melodien und Texte. Nicht immer sind die Hinweise derart frech und offensichtlich wie in der aktuellen Single ‘The Next Ones To Come‘, die mit zarten Dubstep-Anklängen ein Paradebeispiel modernen Elektro-Pops ist. Dort zitieren Claire völlig ungeniert die Textzeile ‘Don’t push me, cause I’m close to the edge, I’m tryin not to loose my head’ aus Grandmaster Flashs Kultklassiker ‘The Message‘. ‘Invincible’ hingegen kombiniert Gitarrenklänge und elektronische Beats mit selbstbewusstem Text. Mit den Tracks ‘Hallowed Ground’ und ‘In Two Minds’ finden sich auch zwei eher ruhige fast schon melancholische Stücke auf dem Album. Mit ‘Resurrection’, einem sperrigen lärmenden Hybrid aus elektronischen Soundspielereien und gradezu klassischem 80er Jahre Pop, komplettieren Claire das Album. Insgesamt ist ‘The Great Escape’ trotz oder gerade wegen der Retromanie ihres Pop Sounds ein rundum gelungenes Debütalbum, das die Popmusik in die elektronische Gegenwart katapultiert.

Claire – The Great Escape
VÖ: 27. September 2013, Island, Universal Music
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