Kritik

Veröffentlicht am 20.10.2013 | von Julia

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DRECKSAU – Filmkritik

Same rules apply.

(Bruce – Drecksau)

Detective Bruce Robertson (James McAvoy) ist im tristen schottischen Städtchen jedes Mittel recht und kein moralischer Abgrund zu tief, um auf der Karriereleiter aufzusteigen. Beweismittel manipulieren, Zeugen bedrohen oder eine sadomasochistische Affäre mit der Frau des Arbeitskollegen – im Rausch von Drogen und Narzissmus hinterlässt er eine Schneise der Verwüstung, denn Robertson ist krank. Und ihm alles egal. Die Adaption des gleichnamigen Romans des Bestseller-Autors Irvin Welsh bietet eine ungewöhnliche Art, den Bandwurm des Protagonisten auf die Leinwand zu bringen und erinnert stark an Trips von Hunter S. Thompson.

Ein japanischer Teenie wird in Glasgow brutal zusammengeschlagen und stirbt kurz darauf. An der Lösung des Falls hängt auch der begehrte Posten bei der Polizei, den der Chief abzugeben hat (er schreibt lieber Filmskripte – auch ein grandioser Sidekick!).

Robertson fungiert als Ich-Erzähler, der für den Zuschauer alles und jeden niedermacht und gegeneinander ausspielt. Während seiner Ermittlungen in jenem banalen Fall benimmt er sich buchstäblich wie eine Drecksau, sei es im Alleingang oder gemeinsam mit Kollege Ray Lennox – Hauptsache immer voll mit Kokain und Schnaps. Robertson wird mehr als einmal zurückgepfiffen, kommt aber immer davon. Auch ein Ausflug auf die Reeperbahn mit seinem scheinbar einzig wahren Freund Bladesey, weiß dieses verdammte Arschloch für seine Zwecke zu instrumentalisieren. Da passt es natürlich wunderbar, dass er in einer Männerloge den Schleimer gibt und Bladeseys Frau mit anonymen Anrufen terrorisiert. Wie sich sein eigenes Familienidyll mit Frau und Tochter in dieses Puzzle einfügt, ist das gesamte Rätsel um diese episodische Erzählung und birgt eine spannende Wende in der Aufklärung des Mordfalles.

Mit ‚Drecksau‚ ist Regisseur Jon S. Baird eine psychedelische Reise in die Abgründe des menschlichen Charakters gelungen, die vor Körperlichkeit nur so strotzt und bisweilen beklemmend obszön wirkt. Dieser Film will nicht belehren und keine Figurenentwicklung zeigen. Es gibt, wie den Joker in Batman, auch bei der schottischen Polizei einfach böse Menschen, die Spaß am Untergang der anderen haben. Diese Reise bietet auf jeden Fall skurrile Unterhaltung und eine Topbesetzung, aber auch ein gewaltiges Tempo ohne Pausen. Vorsicht Schwindelgefahr!

Filth (UK 2013)
Regie: Jon S. Baird
Darsteller: James McAvoy, Jamie Bell, Eddie Marsan
VÖ: 17. Oktober 2013, Ascot Elite Filmverleih

DRECKSAU – Filmkritik Julia

Zusammenfassung: Diese Reise bietet auf jeden Fall skurrile Unterhaltung und eine Topbesetzung, aber auch ein gewaltiges Tempo ohne Pausen. Vorsicht Schwindelgefahr!

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