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Veröffentlicht am 3.10.2013 | von Jana

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RAUELSSON – Vora

„In the winter of 2011 I moved back to Europe from Portland, OR and rented a apartment by the Mediterranean Sea, in Benicàssím, Spain. Off-season, the town looked and felt like an abandoned toy yearning for summertime splendor. Beaches, sea-font promenades and boardwalks were mostly empty and swimming pools not take care of, with all sorts of things floating on far from crystal clear water. A calm scenery place between serrated mountains and a vast mass of water.“ – Raúl Pastor Medall

Rauelsson ist vielleicht die schönste Entdeckung des Frühherbstes und beinahe mag man sich die kalten Wintertage herbeisehnen um in Ruhe diese Platte zu genießen.

Dabei ist der Spanier Raúl Pastor Medall (aka Rauelsson) eigentlich kein Unbekannter. Zusammen mit Peter Broderick veröffentlichte er auf Hush Records das Album ‚Réplica‚ und noch zwei weitere und ein paar EPs alleine. Das ganze im weitesten Sinne unter dem Deckmäntelchen elegischer Folk mit spanischem Gesang. Doch ‚Vora‚ ist anders. Hier verzichtet Rauelsson beinahe gänzlich auf Gesang, einzig ein leises Flüstern aus der Fernen taucht ab und an auf. Und so erinnert die Platte, dann auch eher an die frühen Werke eines Ólafur Arnalds. Traurige und zugleich hoffnungsvolle Klaviermelodien durchziehen die Songs, begleitet von pluggernder Elektronik und ab und an knarzenden Geigen. Rauelssons neues Album ‚Vora‘ lässt an jeder Ecke Offenheit und Raum für Geräusche – jeder Klaviertastenanschlag scheint nicht nur einen Ton hervorzubringen, sondern gleichbedeutend auch die Geräusche der Klangerzeugung in den Fokus zu rücken- eine Art des Aufnehmens, wie man es sonst auch von Nils Frahm kennt. Ein Klavier ist mehr als die Töne, die es erzeugen soll. Da wundert es dann auch nicht, dass der gerade erwähnte Nils Frahm bei Aufnahme und Mix seine Finger mit im Spiel hatte.

Irgendwo zwischen Kopfkino und Neoklassik und der Sehnsucht nach weiten, einsamen Landschaften pendeln diese Songs und wenn bei Split dann der Bass einsetzt erscheint selbst die Tanzfläche für einen kurzen Moment nicht mehr unerreichbar weit. Man möchte bitten dieses Stück so laut wie möglich zu hören, um vollkommen einzutauchen in diesen warmen, raumfüllenden Bass. Immer wenn die Songs drohen abzukippen und gar zu elegisch zu werden, dem Kitsch nahe kommen, dann werden sie aufgefangen von ihrem ganz eigenen Knarzen und Knacken. ‚Vora‘ ist im Juni bei Sonic Pieces, einem kleinen Berliner Label erschienen, dass sich ganz der Musik verschrieben hat, wo jeder Tonträger noch in ein ganz besonderes Textilgewand gesteckt wird und in limitierter Auflage erscheint.

Rauelsson – Vora
VÖ: 14. Juni 2013, Sonic Pieces
www.rauelsson.com
www.facebook.com/pages/RAUELSSON

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