Kritik no image

Veröffentlicht am 24.12.2013 | von Tobias

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HANNIBAL – Staffel 1 – Kritik

Er isst sie. 

(Will Graham – Hannibal)

Will Graham (Hugh Dancy) hat eine besondere Gabe. Er kann tief in das Denken anderer Menschen eindringen und deren Erlebnisse nachfühlen. Als FBI-Agent lassen sich mit dieser Fähigkeit schreckliche Mordfälle aufklären. Gleichzeitig treibt sie Graham auch fast in den Wahnsinn. Es ist ihm fast unmöglich Abstand zu den Morden zu wahren. Als eine neue Mordserie das FBI erschüttert, wird Graham von Agent Jack Crawford (Laurence Fishburne) zur Hilfe gezogen. Damit Graham nicht seinen Verstand verliert, soll der renommierte Psychiater Dr. Hannibal Lector (Mads Mikkelsen) ihn unterstützen. Doch dieser führt etwas ganz anderes im Schilde.

Ist es mutig oder einfach nur dumm eine Serie über Hannibal Lector zu schaffen? Die Figur des intellektuellen und charismatischen Kannibalen ist eine der bekanntesten und furchtbarsten der modernen Filmgeschichte. Bisher war dieser Psychopath unumgänglich verbunden mit dem Gesicht von Anthony Hopkins. Eigentlich kann man bei einer Serie zu dem Thema nur in eine Sackgasse laufen. Daher kamen keine hohen Erwartungshaltungen auf, als zum ersten Mal von der Serie die Rede war.

Die Rolle von Dr. Lector übernimmt in ‚Hannibal‚ Mads Mikkelsen. Ein unglaublicher Schauspieler, der in letzter Zeit immer häufiger auf der großen Leinwand zu sehen war. Die bösen Rollen waren dabei meistens sein Sujet. Das von ihm dargebotene reduzierte Spiel passt und vermittelt die stille Brutalität des Kannibalen.

Insgesamt ist die Serie sehr düster. Die Morde sind grauenhaft und die Seelenzustände der einzelnen Charaktere auf einem Niveau, die kaum tauglich für eine Serie sind. Doch sie passen und graben sich tief ein. Ein stimmungsvolles Gesamtbild entsteht.

Storytechnisch bauen alle Folgen aufeinander auf. Kein Ein-Mörder-eine-Lösung-Prinzip, sondern eine auf die Gesamtlänge angelegte Geschichte. Alles andere wäre auch nicht passend gewesen. Die Macher wollten die Vorgeschichte erzählen und nicht eine herkömmliche Crime-Serie mit einem bekannten Namen kreieren.

Es ist überraschend zu sehen was hier geboten wird. Mit einem kritischem Auge betrachtet man die ersten Folgen. Es fehlen die bekannten Gesichter und die Annäherung an Hannibal Lector braucht einen Moment. Zu groß sind die Fußstapfen in die hier getreten werden. Doch richtig Kritik kann nicht geäußert werden. Ein Gespür von Suspense ist in jeder Folge zu spüren und sehr schnell setzt ein Suchtverhalten ein. Mads Mikkelsen wird akzeptiert und punktet.

Die Macher wissen aber ihrer großen Aufgabe. Immer wieder werden Referenzen gesät, die einen schmunzeln und faszinieren. Ein Himmelfahrtskommando das durchaus gelungen ist. Verabschieden muss man sich von alten Denken und sich auf etwas völlig Neues einlassen.

Die Chronik von Hannibal Lector wurde weitergeführt und das überaus gelungen. Was die Fortsetzungen im Film-Genre nicht geschafft haben, wird hier mit Bravour gemeistert. Wer hätte gedacht noch mal Freude an Hannibal Lector zu haben.

Regie: Tim Hunter, Guillermo Navarro, Michael Rymer u.v.a
Darsteller: Hugh Dancy, Mads Mikkelsen, Caroline Dhavernas, Laurence Fishburne
DVD-VÖ: 20. Dezember 2013, STUDIOCANAL

 

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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