Kritik no image

Veröffentlicht am 18.12.2013 | von Tobias

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HOUSE OF CARDS – Staffel 1 – Kritik & Verlosung

Ich liebe diese Frau. Ich liebe sie mehr als Haie das Blut. 

(Frank – House of Cards)

Francis ‚Frank‘ Underwood (Kevin Spacey) ist ein erfahrener und machtbesessener Kongressabgeordneter. Seine Ambitionen sind groß und er zieht bei vielen politischen Spielen die Fäden im Hintergrund. Als der neu gewählte Präsident Garrett Walker (Michael Gill) sein Versprechen nicht einlöst und Underwood den Posten als Außenminister verwehrt, setzt dieser alle Hebel in Bewegung um sich zu rächen. Sein Ziel vor Augen an die Spitze der US-Politik zu gelangen, sind ihm keine Mittel und Wege zu schade. Er spinnt ein Netz aus Intrigen und instrumentalisiert jeden der ihm behilflich sein kann. An Underwoods Seite seine ebenfalls berechnende Frau Claire (Robin Wright). Doch wie weit kann Underwood gehen, bis seine Taten nicht mehr unbemerkt bleiben und er alles verliert?

House of Cards‘ war schon vor Erstausstrahlung in aller Munde. Gute Voraussetzungen und wahrhaftig wäre das Werk auch ohne eine gelungene Geschichte in die Annalen der modernen Serienproduktionen eingegangen. Denn der Streamingdienst Netflix produzierte zum ersten Mal im Alleingang eine Serie und veröffentlichte diese am Stück zunächst im Internet. Ein Statement, welches es in sich hat.

Der Trend in Sachen Qualität verschiebt sich schon seit Längerem in Richtung Fernsehen. Mehr Geld, mehr Qualität und immer mehr große Namen schmücken Serien und verleihen diesen Prestige und Ansehen. Fernsehen ist das neue Hollywood. Keine Frage. Doch bisher waren die Formen sehr starr. Die Wartezeit von Folge zu Folge wurde nie hinterfragt und als gegeben hingenommen. Wird eine Serie nun aber als langer Film definiert, ist es nur richtig, dass Netflix alle Folgen auf einmal zur Verfügung gestellt hat. Eine Verbeugung vor der produzierten Qualität. Auch das Internet als Distributionsquelle vor der heimischen Flimmerkiste ist Neuland und ebenfalls ein Weg Richtung Moderne. Das sind Gründe die eigentlich schon reichen um für die Existenz von ‘House of Cards‘ dankbar zu sein. Aber es gibt mehr.

Für die Umsetzung der ersten beiden Folgen zeichnete sich niemand geringeres als David Fincher verantwortlich. Gleich zu Beginn entführt er uns in die unterkühlte Politikwelt Washingtons. Kevin Spaceys Rolle wird in den ersten Minuten klar definiert. Wir haben es mit einem Mann zu tun, der seine Ziele fokussiert, niemals aus den Augen lässt und dabei über Leichen geht. Das Shakespeare’sche Drama kann beginnen.

Es gibt keinen Aussetzer in dieser ersten Staffel. Die Schauspieler sind durchgehend überzeugend. Besonders spannend sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. An erster Stelle die Ehe zwischen Underwood und seiner Frau Claire. So kühl, so berechnend und trotzdem teilweise zärtlich wurde sehr selten eine Ehe gezeichnet. Beide leben von ihren Ambitionen und haben voreinander keine Geheimnisse. Wie Claire starr und ohne Kommentar die Affäre Underwoods zu der Journalistin Zoe hinnimmt ist faszinierend und verstörend zugleich. Sie als unterwürfige oder schutzlose Person zu beschreiben wäre jedoch falsch. Sie steht ihrem Mann in ihren Handlungen in nichts nach. Beispielhaft wird dies an ihrem eigenen Arbeitsplatz veranschaulicht. Um die Ziele ihrer Charity-Organisation durchzusetzen, hintergeht sie dann auch gerne mal ihren Mann.

Ein visueller Schachzug, den sich die Macher leisten, ist der direkte Kontakt mit der Kamera. Immer wieder pausiert die eigentliche Handlung, Kevin Spacey blickt direkt zum Zuschauer und erklärt Zusammenhänge oder sein eigenes Handel. Dies ist zwar keine neue Erfindung, wirkt hier aber besonders erfrischend und nützlich. Die Reflexionen des Politikers lassen einen immer mehr in die Intrigen abtauchen und bauen einen unglaublichen Spannungsbogen auf.

Das Opus ‚House of Cards‘ ist ein kluger und meisterhafter Politthriller. Eine Parabel über Macht und Gier bei der man nicht wissen will, in wie nah sie an der Realität ist.

Die Machart wird wegweisend für die ganze Filmbrache sein und ein neues Zeitalter einläuten. Am 14. Februar wird Netflix die zweite Staffel ebenfalls komplett im Internet bereitstellen. Wir freuen uns schon jetzt, wie die Geschichte um den Aufstieg von Frank Underwood weitergehen wird.

Regie: David Fincher, James Foley, Joel Schumacher u.v.a
Darsteller: Kevin Spacey, Michael Gill, Robin Wright, Kate Mara, Kristen Connolly
DVD-VÖ: 17.Dezember 2013, Sony Pictures Home Entertainment

In Zusammenarbeit mit Sony Pictures Home Entertainment verlosen wir 1 Exemplar der DVD von ‘House of Cards – Staffel 1’ – ihr wollt gewinnen? Dann schreibt uns bis zum 23. Dezember eine Mail mit eurer Adresse bzw. dem Betreff ‘Cards’ an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr schon bald Gewinnpost von uns in eurem Briefkasten!

 

 

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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