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Veröffentlicht am 23.12.2013 | von Eva-Marie

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JAMES VINCENT MCMORROW – Post Tropical

I remember how cloth hung
flexing with the forest clung
Half waist and high raised arms
kicking at the slightest form
I remember my first love
I remember my first love

(James Vincent McMorrow – Cavalier)

James Vincent McMorrow kommt aus Irland und legte mit ‚Early In The Morning‚ 2010 ein gefeiertes Debüt ab. Mit seinem Cover von Steve WinwoodsHigher Love‘ sorgte er 2011 zusätzlich für Aufsehen und präsentierte uns einen der Coversongs des Jahres. Im Januar 2014 wird seit zweites Werk ‚Post Tropical‚ erscheinen und auch das ist, wie sein Vorgänger, nah an Weltflucht, Einsamkeit und Zuversicht. James selbst sagt darüber: „For me, ‚Post Tropical‘ evokes a style of music without you having a clue what it sounds like. It’s warm and familiar, but there’s something there that’s maybe not quite what you think it is. I just wanted to make the most beautiful thing that I could imagine. And that was it.

Es beginnt mit ‚Cavalier‚, einer Erinnerung an die erste Liebe, Assoziationen mit der ersten Verletzlichkeit, mit dem ersten großen Glück. Mit nur wenigen Tasten untermalt er dieses Herzstück, das zugleich seine erste Singleauskopplung ist, am Klavier. Ein Klatschen gesellt sich zu dem eigentlich minimalistischen Song, der sich vor allem durch die Stimme von James Vincent McMorrow trägt und in der zweiten Hälfte dank der flächigen Drums orchestraler klingt. Die Glocken bei ‚The Lakes‚ könnten fast ein Weihnachtslied einläuten. Im Laufe des Songs kommt außerdem noch ein (Engels)chor hinzu, der die zarte Stimme von James umgibt. Gerade so am Rande des Kitsch kann sich ‚The Lakes‘ auf dem Album behaupten. ‚Red Dust‚ verzichtet dagegen auf zu viel vorweihnachtlichen Klang und der Falsett-Gesang steht wieder klar im Vordergrund. Der pulsähnliche Beat erinnert dabei an James Blake. Beats und Klavier eben. Claps aus dem Off führen den roten Dunst über eine wackelige Hängebrücke einer tiefen, geheimen Idylle. Am anderen Ende liegt ‚Gold‚. Ein sphärischer Song, bei dem James seine Stimme noch weiter in die Höhe treibt. ‚All Points‚ deckt dich dagegen zu, so wie damals im Kinderzimmer, als man sich zwischen Stühlen und Tischen mit Hilfe von Decken und Tüchern seine eigene Höhle baute. Verträumte Abenteuerlust in den eigenen vier Wänden.

Das Umgreif-Geräusch bei einem Gitarren-Song ist eines der schönsten auf der ganzen Welt und genau davon wird ‚Repeating‚ eingeleitet. Der Song ist auf jeden Fall ein Höhepunkt des Albums, da er viele pompöse Überraschungsmomente in sich verbirgt. Als hätte kurz ein kleines Orchester im Studio Halt gemacht, dessen Sound im Laufe des Songs dann schnell wieder verpufft. Die Steigungskurve ist steil und James umspielt die ausufernden Instrumente mit seiner pointierten Stimme. ‚Post Tropical‚ steht ebenfalls für Abwechslung, für Höhen und Tiefen. Langsam beginnend, bäumt er sich auf und wird zu einer gewaltigen Welle, um dann von einem sanften Riff zerlegt zu werden und in der stillen See zu münden. Mit Sand an den nackten Füßen, fast zerbrochen an der Schönheit der Natur, folgt ‚Glacier‚, der an den ebenfalls aus Großbritannien stammenden Douglas Dare erinnert. Das Ende bildet ‚Outside, Digging‚. Spärlich instrumentiert sorgt er für einen gebührenden Abschluss eines sehr intimen Albums. ‚Post Tropical‘ ist ehrlich, pompös und malerisch.

3-4von5

James Vincent McMorrow – Post Tropical
VÖ: 17. Januar 2014, Believe Digital Gmbh
http://jamesvmcmorrow.com
www.facebook.com/jamesvincentmcmorrow

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