Kritik

Veröffentlicht am 10.01.2014 | von Tobias

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HELL ON WHEELS – Staffel 2 – Kritik

 Sie haben alle Angst vor Bohannen.

(Durant – Hell on Wheels)

Nach dem Ende des Bürgerkriegs 1865 beginnt in den USA der Bau der transkontinentalen Eisenbahn. An den Schienen befindet sich stets die Stadt ’Hell on Wheels’, welche allen Arbeitern ein wanderndes Zuhause bietet. Gleichzeitig aber auch Anziehungspunkt für allerlei Verbrecher und ehemalige Sklaven.

Hier arbeitet auch der ehemalige Soldat Cullen Bohannen (Anson Mount). In Staffel 1 führten ihn Rachepläne in die gesetzlose Stadt. Zu Beginn der zweiten Staffel schließt er sich einer Bande von Südstaatensoldanten an, welche in regelmäßigen Abständen die Eisenbahn überfallen. Bohannen wird schnell geschnappt und zum Tode verurteilt. Kurz vor der Hinrichtung kommt ihm sein ehemaliger Arbeitgeber Durant (Colm Meaney) zu Hilfe und bringt ihn zurück nach ’Hell on Wheels’. Dort hat sich seit Staffel 1 einiges geändert. Neue Probleme entstehen und als wäre das nicht genug wollen die Indianer ihr Land für immer von den weißen Eindringlingen befreien.

Mit einem Western-Schauplatz ist das immer so eine Sache. Zu speziell scheint das Thema für eine Serie zu sein, um damit die große Masse anzusprechen. ’Deadwood’ war dafür ein gutes Beispiel. Ausgezeichnete Charaktere und ein tolles Setting, wie es von einer HBO-Produktion erwartet wird. Leider bliebt der Erfolg aus und so wurde die Serie letztendlich eingestampft.

AMC hat sich dem Thema Western nun angenommen. Die Produktionsfirma ist bekannt für seine Wahl gefährlicher und außergewöhnlichen Themen. ’Breaking Bad’ oder ’The Walking Dead’ waren nicht von Anfang an dazu bestimmt große Erfolge zu werden.

So war es auch bei Hell on Wheels und zugegebenermaßen hat man in Deutschland noch nicht viel von der Serie gehört. Die erste Staffel fühlte sich an wie ein abgeschlossenes Kapitel. Wie in vielen Serien, wurden zu Beginn einige Erzählstränge begonnen, die nur zum Teil fertig oder weitererzählt wurden. Nicht unüblich. Hier muss das Autorenteam dann zeigen, ob es im Laufe der Zeit trotzdem unterhalten kann.

’Hell on Wheels’ beeindruckt zunächst einmal durch die aufwendige Szenerie. Alles ist schmutzig, überall raucht und dampft es. Schlamm, totes Tier, halbfertige Holzhäuser zwischen notdürftigen Zelten. Es fühlt sich an wie der Wilde Westen wohl gewesen sein muss. Die Stimmung ist drückend und passt vollkommen zu den düsteren Geschichten über die Stadt an den Bahngleisen.

Staffel 2 setzt etwas nach der Handlung von der ersten ein. Alles hat sich geändert. Nicht mehr Bohannens Rache steht im Vordergrund. Diese ist eigentlich kaum noch Teil der Handlung. Die Konflikte innerhalb der Gemeinde werden tiefergehend beleuchtet. Die Anzahl der historischen Probleme, angefangen bei der abgeschafften Sklaverei, der Umgang mit den Schwarzen und die leichte Emanzipation der Frauen, ist groß aber nicht überlastend. Alles hat mit allem zu tun und verwebt sich in ein feines Storytelling-Geflecht.

Die Rolle des Schwedens wurde nochmals ausgebaut. Ein Glückgriff. Christopher Heyerdahl ist weitestgehend unbekannt, spielt aber den Psychopath äußert überzeugend und eindringlich. Sein Pläne bleiben meistens im Dunkeln und entladen sich erst langsam.

In den USA läuft gerade die dritte Staffel von ’Hell on Wheels’ und die Hoffnung ist groß, dass die Serie noch einige Staffeln überlebt. Verdient hätte sie es. Der Wilde Westen wird hier von seiner brutalsten aber zugleich sehnsüchtigsten Seite gezeigt. AMC hat mal wieder zugeschlagen.

Regie: David Von Ancken, Adam Davidson, John Shiban u.v.a.
Darsteller: Anson Mount, Colm Meaney, Common, Phil Burke, Robin McLeavy
DVD-VÖ: 10. Januar 2014, WVG Medien GmbH

 

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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