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Veröffentlicht am 23.01.2014 | von Fred

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HELMUT – Polymono

HELMUT - Polymono Cover

So much to say
So much to say
So much to say
So much to say
So much to say
So much to say
So much to say
So much to loose

(HELMUT – Sepi)

HELMUT ist ein platter, ein vielleicht sogar dümmlicher anmutender Name. In plakativen Großbuchstaben erweckt das Künstleralias des Berliners Adrian den Eindruck eines musikalischen Kirmesbesuches. Maximales Maximum eben, hier werden keine Gefangenen gemacht. Möchte man zumindest im ersten Moment meinen. Umso schöner ist das Gefühl, nachdem der Finger das erste Mal den Play Button gefunden hat oder die Nadel das Vinyl des Debütalbums Polymono berührt. Und wenn schon der Künstlername nicht unbedingt passt, dann der Albumtitel umso mehr, denn HELMUT fährt auch Polymono ein komplettes Einmannorchester auf.

Ja, die Loop Station. Auftürmende Klangwelten, verschachtelte Songgefüge, Schichten und Schalen sind nicht erst seit gestern im Allgemeinbewusstsein des geneigten Musikliebhabers verankert. Als Trend und Hype möchte man das Thema zuerst verschreien, langsam klettern die Worte die ketzerische Kehle hinauf. Im Falle von HELMUT muss man jedoch aufpassen, sich nicht an den zuckrigen Melodien und der sanften, einfühlsamen Stimme zu verschlucken. Fantastisches Songwriting, introvertierter Themenfluss und vor allem komplexer Pop verbergen sich hinter Polymono. Handclaps, Snaps und Mundakrobatik bilden die Beats und fast schon klassische Gitarrenläufe erzeugen die Melodien dazu. Im ersten Moment fällt die neue Kompaktheit der Songs auf. Das im Original über sechsminütige ‚Sepi‚ wird auf Polymono in seiner Länge auf 262 Sekunden reduziert. Dabei verliert ‚Sepi‘ jedoch nicht seinen gelungenen, perfekt durchkonzipierten Aufbau und selbst die kleine, überraschende Gitarrenexplosion ist auch hier zu finden. Chapeau!

Face Up‚ ist mit seinem verrauschten Stimmgemurmel und nervös-vertracktem Geklackere hingegen der wahrscheinlich elektronischste Track auf Polymono. Die düstere, nervöse Stimmung schafft einen interessanten Gegenpart zu den ansonsten eher gefälligen Songs. In eine ähnliche Richtung geht ansonsten nur das nachfolgende ‚Triangle‚. Generell werden immer wieder neue Soundeffekte eingesprenkelt, die man vielleicht auf der vorherigen EP oder in den Live Shows nicht wahrgenommen hat. Am Ende hat hier aber auch Produzent Marius Bubat (COMA/ Kompakt) seine Hände im Spiel gehabt, man weiß es nicht.  Polymono ist ein jedem Fall ein extrem homogenes Album zwischen modernem Songwriting, Elektronica und natürlich auch Pop geworden. Wieso HELMUTs Polymono jetzt besser ist, als das meiste was andere Musiker so mit Loops anstellen, lässt sich sehr schwer in Worte fassen. Wer Polymono jedoch eine Chance gibt, wird uns recht geben. Großartiges Debüt.

45von511

HELMUT – Polymono
VÖ: 14. Februar 2014, Haldern Pop Recordings, Rough Trade
http://helmut.is
https://www.facebook.com/ohnoitshelmut

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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