Kritik

Veröffentlicht am 11.02.2014 | von Tobias

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BANSHEE – Staffel 1 – Kritik

They`re afraid of me, because the should be.

(Kai Proctor – Banshee)

15 Jahre musste der Dieb Lucas Hood (Antony Starr) im Gefängnis sitzen und wird endlich entlassen. Seine Suche nach seiner ehemaligen Geliebten und Komplizen Ana (Ivana Milicevic) führt ihn in die kleine Amish-Gemeinde Banshee in Pennsylvania. Diese ist jedoch wieder verheiratet und hat zwei Kinder. Hood freundet sich mit dem Barkeeper und Ex-Profiboxer Sugar Bates (Frankie Faison) an und wird in dessen Kneipe zufällig Zeuge der Ermordung des frisch eingetroffenen Sheriffs von Banshee. Ohne zu zögern nimmt er die Identität des Sheriffs an und ist von nun an das Gesetz der kleinen Gemeinde. Doch nicht nur seine Gewaltausbrüche, sondern auch ein ukrainischer Gangsterboss der noch eine Rechnung mit Hood offen hat, machen ihm das Leben schwer.

Die Macher von ’True Blood` haben Vampire erschaffen, die freizügig und ganz schön grob waren, bevor überhaupt jemand von einem Vampire-Boom sprechen wollte. In ’Banshee’ bleiben sie diesem Ton treu. Schon von Beginn an wird kräftig geschlagen, geschossen, es fließt Blut in rauen Mengen und nackte Frauen gibt es dazu fast an jeder Ecke.

Es ist also wirklich keine Serie für empfindliche Gemüter. In aller Genauigkeit und in übertriebener Länge werden insbesondere die Gewalttaten aller einzelner Personen gezeigt. Da können auch schon mal 20min an Seriendauer dafür genutzt werden. Diese Überlegenheit wird nicht von jedem gemocht oder verstanden werden, aber genau dies macht den Reiz der Serie aus. Erinnerungen an Filme wie ’Dirty Harry’ oder auch an das Werk von Quentin Tarantino kommen immer wieder hoch.

Ein Gegenpol zu der Gewalt bietet dann die Struktur der Story. Insbesondere Kai Proctor und dessen Vergangenheit in der Amish-Gemeinde sind glaubhaft und bringen eine dramatische Struktur in die Serie. Die unglückliche Liebesgeschichte zwischen Lucas und Ana ist ebenfalls auf Augenhöhe und verspricht in den kommenden Staffeln noch viel Unheil zu bringen. Die Geschichte bleibt immer spannend und spinnt ein großes Netz an Storylines, die in der ersten Staffel nur teilweise zu Ende geführt werden.

Die Macher haben es geschafft, dass sich Dramaelemente und banale Action die Waage halten. Es ist Geschmackssache ob die blutigen Elemente notwendig sind. Wie aber auch in jedem Tarantiono-Film sind diese so unglaubwürdig und überzogen, dass damit immer ein Schmunzeln einhergeht.

’Banshee’ brachte dem Bezahlsender Cinemax die besten Quoten einer selbstproduzierten Serie. Kein Wunder, bietet sich doch eine gelungene Abwechslung zu den sonstigen Dramaserien die im Moment auf ihrer Erfolgswelle reiten. Action im Gewand eines epischen Dramas, welches uns sehr gut gefallen hat.

Regie: Greg Yaitanes, Ole Christian Madsen u.v.a.
Darsteller: Antony Starr, Rus Blackwell, Hoon Lee, Matt Servitto
DVD-VÖ: 24. Januar 2014, Warner Home Video DVD

 

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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