Musik

Veröffentlicht am 27.03.2014 | von Doris

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WHOMADEWHO – Dreams

Who Made Who - Dreams CD-Kritik

Lend me your mask
Let me show who I am
Stop hiding
You feel it isn’t right
Come out in the darkness
The lights out
I’ll tell you the truth
When something isn’t right
We’re hiding in darkness

WhoMadeWho- Hiding In Darkness

Weniger Party, weniger Keyboards dafür mehr Tiefe und mehr Gitarre.

Viele halten nicht viel davon erwachsen zu werden. Unsere Generation hat davon offensichtlich wenig Ahnung, das haben schon Sarah Kuttner und Co. festgestellt. Nun das neue Album von WhoMadeWho, beim ersten Probehören ohne Vorahnung ist der Überraschungseffekt vorprogrammiert. Eine dominante neue Entwicklungsrichtung ist schnell ausgemacht, die sich nur sehr schwer in einem Wort beschreiben lässt: unaufgeregt, gereift, durchdringend.

Am Anfang ihrer Karriere probierten und experimentierten sie laut eigener Aussage sorgenlos herum, schrieben viele Instrumentals, die sich gerade live endlos und clubtauglich ausbauen ließen. Sich und ihre Musik nicht zu ernst nehmend würzten sie ihren Stil mit Selbstironie, Tanzbarkeit und viel Humor. Hört man das neue Album ‚Dreams‘ kann man sich die Band kaum noch in Skelettkostümen oder barfuß als Scheichs auf der Bühne vorstellen. Gezählt scheinen die Tage an denen Gitarrist Jeppe Kjellberg sein Instrument comedyreif mit einer Colaflasche maltretiert. In der offiziellen Pressemitteilung ist neben dem aktuellen Album viel die Rede vom Erwachsen-werden und vom Verlangen der drei Dänen mehr als Band für ausgefeilten Kompositionen anerkannt werden zu wollen.

Dieser Wunsch kristallisierte sich erst während der Arbeiten und Aufnahmen zur neuen Platte heraus. Ihre Lebensenergie, die sie immer voll in ihre Musik und Alben einfließen lassen, war dieses mal einfach eine andere. Bewusst entschlossen sie sich auf diese Weise am Album weiter zu arbeiten, sich nicht gegen das Natürliche zu wehren und dem neuen Gefühl nachzugehen. Schöne warme und liebevolle Musik ist so entstanden. Und das ist gut so, denn nach dem euphorischen Vorgängeralbum ‚Brighter‘ kann nur etwas Ruhigeres folgen. Sonst wird’s langweilig. ‚If we start doing the same thing over and over again, we’ll get bored and then we start getting boring and it will just go down‘ sagt Jeppe Kjellberg in einem Interview.

Zwar ist das Album ruhiger und die Songs wiegen schwerer, doch das ist nicht gleichbedeutend mit Ermüdung oder Niedergeschlagenheit. Im Gegenteil, Songs wie ‚Dreams‘, ‚The Morning‘ und ‚Indian Summer‘ sind kraftvoll und besitzen eine andere Leidenschaft und Ernsthaftigkeit als gewohnt. Der Zuhörer muss sich darauf einlassen und in der richtigen Stimmung sein, erst dann entdeckt man die musikalische Luxuriösität der Arrangements und vielleicht sogar die berghainsch-inspirierte Mystik in Songs wie ‚We are hiding in Darkness‘.

Wer das Schaffen der Band über die letzten Jahre verfolgt hat weiß jedoch, dass sie stets viel melancholische Stimmung in ihren Alben und Songs transportierten und mit ihren Liedern berühren. Dreams passt in die Zeit und lässt diese sogleich vergessen wenn man die Playtaste drückt. Die Sache ist rund und gehört in jenes Plattenregal von Menschen, die es zu schätzen wissen, dass WhoMadeWho, wie wir alle älter und reifer werden.

4von5

WhoMadeWho – Dreams
VÖ: 28.Februar.2014,  Darup Associates
www.whomadewho.dk

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