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Veröffentlicht am 17.06.2014 | von Eva-Marie

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CLAP YOUR HANDS SAY YEAH – Only Run

Never asked for an apology
You know I don’t believe in mixed emotions
I can see we can’t control the World
With your voice now front and back me
I think you had me confused
With the man who lost his nerve
The man who fell to Earth

(Clap Your Hands Say Yeah – As Always)

Der Weg von Clap Your Hands Say Yeah ist von vielen Umbrüchen gezeichnet. Als 2006 die nasale Stimme Alec Ounsworths aufploppte, hörten die einen mit Freude zu, andere konnten die Stimme in Albumlänge nicht ganz ertragen. Lang und breit diskutiert, landete die erste Platte dann doch in vielen Regalen. Im Laufe der Zeit sind einige der Musiker ausgestiegen und übrig geblieben sind Schlagzeuger Sean Greenhalgh und Sänger und Songschreiber Alec Ounsworths. In Eigenregie haben sie ‚Only Run’ veröffentlicht.

Obwohl die Band nicht mehr in ursprünglicher Gänze existiert, klingt der aktuelle Sound von Clap Your Hands Say Yeah so, als wolle man sich einem größeren Publikum präsentieren. War der Sound der anderen Alben oft sogar eher undurchdringlich, besticht schon der erste Song ‚As Always‚ durch einen sehr flächigen Sound. Ein kraftvoller Synthiesound, der zusammen mit Gitarre und Bass den Klang unglaublich verdichtet, leitet das eigentliche Solo-Projekt ein. Die krächzige Stimme ist ein Glück die gleiche geblieben und so ist Alec Ounsworth immer noch der geblieben, der mit mit halliger Dramatik seine Geschichten erzählt. Wesentlich drumlastiger wird es bei ‚Blameless‚, bei dem der Gesang aus dem Off nach vorne dringt und ihm im ersten Moment eine schon fast tiefe Stimme verleiht.

Coming Down‚: Stadiongitarre, gesampeltes Atmen und einen Liedtext, den man offenbar gar nicht verstehen soll. Umso schöner dann eine wirklich tiefe Stimme: Ein Gastauftritt von The-National-Frontmann Matt Berninger, der etwas verstimmt ins Mikrofon brummelt. Der breite Sound steht ihnen in dem Fall gut. ‚Only Run‚ beginnt dagegen wie ein Song der Pixies und löst sich in einen radioheadähnlichen Soundkosmos auf – es ist einer der schönsten Momente auf der Platte. Dann folgt das Runterkommen. Fließende Geräusche bei ‚Your Advice‚ lassen die Anstrengung von vorher ausklingen. Zwei Songs, die unweigerlich zusammen gehören.

Impossible Request‚ ist dagegen wieder ein astreiner Rocksong ohne große Schnörkel. Genau das könnte auch das Problem vieler Hörer mit der Platte sein. Der raue Sound von Clap Your Hands Say Yeah ist einem sehr viel rundgelutschterem Synthiesound gewichen. Es stellt sich die Frage, warum Ounsworth das nicht einfach als ein Soloprojekt deklariert hat, anstatt die Platte unter dem Namen der Band zu veröffentlichen, von der eigentlich nur noch er übrig geblieben ist. Die liebgewonnenen Ecken und Kanten sind abgeschliffen, an die sich nun lupenreine Tastengeräusche schmiegen. Das nächste Mal lieber wieder mehr Saiten.

3von5

Clap Your Hands Say Yeah – Only Run
VÖ: 30. Mai 2014, Xtra Mile
http://cyhsy.com
www.facebook.com/clapyourhandssayyeah

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