Kritik

Veröffentlicht am 29.09.2014 | von Tobias

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TRUE DETECTIVE – Staffel 1 – Kritik

Für jemanden, der das Leben für sinnlos hält, beklagst du dich reichlich oft darüber.

(Martin Hart – True Detective)

Eine Welle der Euphorie, des Lobes und der kompletten Hingabe hat die Serie ‚True Detective’ seit der Erstausstrahlung in den USA ausgelöst. Leiser ist es seitdem nicht geworden und die Verwunderung ist hoch, wie es eine Serie schafft, dass nicht ein schlechtes Wort über sie verloren wird. Aber was unterscheidet ‚True Detective’ von anderen Serien? Blickt man auf die Storyline, dann entdeckt man zunächst nichts, was auf ein Alleinstellungsmerkmal hinweist.

Im Jahr 1995 werden die Detectives Rust Cohle (Matthew McConaughey) und Martin Hart (Woody Harrelson) zu einem makaberen Mordfall gerufen. Die junge Prostituierte Dora Lange wurde Opfer eines mysteriösen Ritualmordes. Die Ermittlungen ziehen sich lange hin und als der Fall schon ausweglos erscheint, wird er schließlich gelöst – scheinbar. Denn 17 Jahre später geschieht wieder ein Mord und dieser weist verstörende Parallelen auf. Es scheint als haben die Detectives nicht den richtigen Mörder gefasst. Die Beiden werden Jahre später also wieder zu dem Fall befragt und tauchen nochmals in die Tiefe des mysteriösen Ritualmordes ein.

Über mehrere Zeitebene wird dann eine Geschichte erzählt, die nur Oberflächlich um die Auflösung eines Mordes geht. Vielmehr erzählt Autor Nic Pizzolatto eine Geschichte über die Abgründe der menschlichen Seele. Eine philosophische Reise in das dunkle Herz der Menschlichkeit. Da überrascht es auch nicht, dass Pizzolatto viele literarische Anspielungen in seinem Werk verarbeitet. Angefangen mit dem mythologischen Werk ‚The King in Yellow‚ von Robert W. Chambers, bis hin zu philosophischen Grundwerken Friedrich Nietzsche. Es gibt also sehr viel zu Entdecken, wenn man unter der Oberfläche dieser Serie angekommen ist. Dies ist auch eines der beeindruckendsten Aspekte. So komplex, so tiefgründig und bis ins letzte Detail durchdacht, konnte ‚True Detective’ eigentlich nur eine Fangemeinde im Sturm erobern.

Für einen kontinuierlichen Stil sorgt die Tatsache, dass alle Folge aus der Feder von dem eben schon genannten Nic Pizzolatto, stammen. Auch die Regie wird in keiner Folge verändert. Zu diesem Stammteam gesellt sich dann noch Kameramann Adam Arkapaw. Also Trio setzen sie ihren Stil, ihre karge und doch faszinierende Vision dieser Serie, ohne Abstriche um.

Auf Seiten der Schauspieler war man doch dann überrascht, wer als Hauptdarsteller angeworben wurde. Zum einen ist da Woody Harrelson. Wann hat man ihn zum letzten Mal wahr genommen btw. in einem Film gesehen, der irgendwelche Qualitätsansprüche hatte. Zum anderen Matthew McConaughey. Dessen Metamorphose dürfe nun niemandem mehr ein Geheimnis sein. Trotzdem ein mutiger Schritt, diese beiden Schauspieler zu wählen. Natürlich hat sich auch dies ausgezahlt. Jeder verkörpert seine Rolle perfekt und gönnt sich keinen Aussetzer.

True Detective’ ist ein Meisterwerk geworden. Ein Kunstwerk in 458 Minuten. HBO hat es geschafft einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Genres zu setzen. Noch lange wird man über diese erste Staffel reden und auch über Jahre immer wieder sehen wollen. Unser Highlight 2014.

Schöpfer: Nic Pizzolatto
Darsteller: Matthew McConaughey, Woody Harrelson, Michelle Monaghan,
DVD-VÖ: 4.September 2014, Warner Home Video

 

 

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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