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Veröffentlicht am 7.03.2016 | von Jonathan Hirschhäuser

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VITA BERGEN – Disconnection

Vita Bergen - Disconnection CD-Kritik
Foto-© Måns Dohnberg Lorentsson

Oats are the windows
A star is coming loose
Who says it’s fiction
I can’t hide

(Vita Bergen – Bookstore)

Der neueste Beitrag aus dem kühlen Schweden zum internationalen Indiepop-Milieu, Vita Bergen, bringt dieser Tage sein Debüt-Langspieler heraus. Moment! Langspieler? Die acht teils sehr imposanten Songs auf ‚Disconnection‚ wurden in nur knapp 29 Minuten Spielzeit komprimiert. Vita Bergen ist schwedisch für „Weiße Berge„, eine gute Metapher für die Songs des als Duo gestarteten Projekts: Große, ausschweifende Instrumentierung mit einer treibenden Rhythmusgruppe und Streichern oder Orgel wird in ein Kleid aus Songwriting gehüllt, welches wie Schnee auf einer Bergspitze der Monumentalität Kontur gibt. Dazu ist die Band auf mittlerweile sechs Mitglieder gewachsen, mit Sänger William Hellström als Gesicht und Frontmann.

Das alles erinnert stark an ein paar nicht ganz unbekannte Musiker aus Kanada. Gefühlt jedes zweite Lied von Vita Bergen könnte genauso gut auf Arcade Fire’s ‚The Suburbs‚ erschienen sein, ohne groß aus der Reihe zu fallen. Die Leadsingle ‚Curtains‚ beispielsweise fängt ruhig mit ruhigem Gesang, Tamburin und Akustikgitarre an (bestimmt bei den Kollegen von Of Monsters And Men ausgeliehen), um dann ab Hälfte des Songs instrumental gesehen ins Volle zu schöpfen. Auch auf anderen Tracks wie dem wunderschön betiteltem ‚Closer Away‚ oder ‚Replace‚ liegt der musikalische Fokus nicht primär auf Hellströms Gesang. Dieser wird vielmehr geschickt in das sonstige Instrumentarium eingebaut. Das letzte Stück ‚Alexia‚ könnte mit seinem gekonnten Durcheinander aus quengelnden Synthesizern einen Hinweis auf den zukünftigen Sound der Band sein. Der knackige Schluss verdutzt über das Ende der ganzen Platte zurück.

Nach Durchhören von ‚Disconnection‘ hat man nicht das Gefühl, nur eine halbe Stunde Musik gehört zu haben. Dazu sind die einzelnen Songs zu dicht, zu kurzweilig. Man hat aber auch nicht das Gefühl, im Jahr 2016 etwas Neues und Aufregendes gehört zu haben. Dazu war der Einfluss der genannten Genregrößen einfach zu stark. Vielleicht orientieren sich Vita Bergen in Zukunft auch an der Entwicklungsfähigkeit ihrer Vorbilder. Es könnte spannend werden.

3von5

Vita Bergen – Disconnection
VÖ: 04. März 2016, Glitterhouse Records
www.vitabergen.se
www.facebook.com/VitaBergen

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