Kritik

Veröffentlicht am 2.12.2016 | von Tobias

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11/22/63 – Kritik

11/22/63 - Kritik

Was würden wir machen, wenn wir die Chance hätten in die Vergangenheit zu reisen? Jake Epping (James Franco) muss nicht darüber nachdenken wohin in der Zeit, sondern ob? Durch einen Zufall entdeckt der nämlich, dass in dem Bistro seines kranken Freunds (Chris Cooper) eine Zeitschleuse in einem Schrank ist. Diese Schleuse bringt ihn direkt in das Jahr 1960. Angestachelt von seinem Freund will er nun die Ermordung von John F. Kennedy verhindern. Hat dieser Tod doch so einige grausame Ereignisse losgetreten. 3 Jahre muss Jake nun in der Vergangenheit verbringen. Dabei muss er nicht nur herausfinden ob Lee Harvey Oswald der wahre Attentäter ist und alleine gehandelt hat, sondern auch gegen seine Gefühle ankämpfen, weil er sich immer mehr in die schöne Bibliothekarin Sadie Dunhill (Sarah Gadon) verliebt.

11.22.63 ist die Verfilmung eines Stephen King Buchs und Verfilmung scheint hier das bessere Wort zu sein als Miniserie. Man kann das Werk durchaus als einen sehr, sehr langen Film sehen. Die Geschichte ist direkt packend und zieht den Zuschauer in das Geschehen. Ohne große Aufregung wird die Tatsache der Zeitreise dargestellt und ab diesem Moment nicht mehr hinterfragt. Kann ja alles sein.

James Franco muss in seiner Rolle drei Jahre in der Vergangenheit leben um schließlich seine Aufgabe zu erledigen. Das Setdesign ist hierbei komplett überzeugend und mit viel Liebe fürs Detail inszeniert. Wenn es über die komplette Dauer nur um die Ermordung von JFK gehen würde, wäre wahrscheinlich sehr schnell Langeweile am Start. Die Macher erzeugen aber einen Mix aus Liebesgeschichte, innere Zerrüttung und der immer wiederkehrenden Frage „Was kann ich mit wenigen Taten an der Zukunft änder?“. Gerade dieses moralische Frage ist Hauptbestandteil der Serie und lässt eine selbst darüber nachdenken.

James Franco überzeugt in der Rolle des Zeitreisenden, aber der wahre Star ist sein Nebendarsteller George MacKay. Dieser bringt einen klaren Bruch in die Erzählstruktur und ist das eigentliche Opfer der Zeitreise. Hier und da werden einige Kapitel zu lang, zu vorhersehbar erzählt und sind einfach unnötig.

Alles in allem wird hier eine spannende Geschichte erzählt. Das Motiv der Zeitreise im Zusammenhang mit der Ermordung des Prätendenten JFK ist so spannungsgeladen und gelungen, dass abschalten fast unmöglich ist. Perfektes Bing-Watching für die dunklen Tage.

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Schöpfer: Bridget Carpenter
Darsteller: James Franco, Sarah Gadon, George MacKay, Chris Cooper
DVD-VÖ: 17. November 2016, Warner Home Video – DVD

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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