Kritik no image

Veröffentlicht am 3.03.2017 | von Tobias

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TSCHICK – Filmkritik & Verlosung

Ich mag meine Mutter, sie ist nicht so wie andere Mütter.
Meine Mutter spielt viel Tennis.
Auch mit einer Flasche Vodka intus hat sie noch die Vereinsmeisterschaften gewonnen…

(Maik – Tschick)

Maik Klingenberg (Tristan Göbel), 14 Jahre alt, ist verliebt. Nur blöd, dass er nicht gerade der Liebling in seiner Klasse ist und die Angebetete ihn eher für einen Freak hält. Die Sommerferien sind also für Maik eine einsame Angelegenheit. Hinzu kommt, dass seine Mutter in der Entzugsklinik steckt und sein Vater auf eine wichtige „Geschäftsreise“ mit seiner Assistentin muss. Ohne Einladung taucht da plötzlich Tschick (Anand Batbileg) auf. Tschick, noch unbeliebter als Maik, hat ein Auto geklaut und will seine Verwandtschaft besuchen. Kurzerhand machen sich beide gemeinsam auf, die ostdeutsche Provinz unsicher zu machen.

Tschick“ ist eine Literaturverfilmung von Wolfgang Herrndorf. Dies sollte eigentlich jedem bekannt sein, der auch nur ein wenig an Popkultur interessiert ist. Über ein Jahr stand der Roman in den Bestsellerlisten ganz oben. Natürlich musste dieses Buch verfilmt werden. Mehr Geld, mehr Fame, mehr alles. Kennt man ja.

Fatih Akin ist ein Regisseur, der die Verfilmung des Romans übernommen hat. Akin kennt eigentlich auch jeder, da er den deutschen Film so richtig umgekrempelt hat. Sein Debüt  „Gegen die Wand“ war ein radikales Meisterwerk, das den Standort Deutschland endlich mal wieder zurück auf die Filmlandschaft gebrach hat.

Bis hierhin hört sich eigentlich alles gut an. Eine unvorstellbar schöne Buchvorlage und ein talentierter Regisseur kommen zusammen. Deckel auf Topf. Ab geht’s. Vielleicht sollte man auch einfach nicht anfangen, das Buch mit dem Film zu vergleichen. Beides einzeln betrachten und als eigene, selbständige Kunstwerke sehen. Aber leider ist das alles nicht so einfach. „Tschick“ als Roman war voller ergreifender Momente. Nie aufdringlich und bestückt mit einer solch liebevollen Sprache, dass es einem fast die Tränen ins Auge getrieben hat. Die Essenz des Romans lag in der Gedankenwelt des Lesers. Seiner eigenen Geschichte der Jugend und die Interpretation von Liebe und Erwachsen werden.

Dass das Medium Film eher mit dem Gezeigten als mit dem Vorgestellten arbeitet ist bekannt. Doch leider zerstört „Tschick“ (der Film) so jegliche Assoziationen, die man mit dem Buch hat. Natürlich ist es fraglich, ob das Buch überhaupt in seiner Dichte so auf der Leinwand dargestellt werden kann. Aber bei dieser Verfilmung wirkt der Großteil sehr holprig, schlecht gespielt und schon fast beliebig aufgearbeitet. Das ist für Leser des Buches kaum auszuhalten. Vielleicht ist es für Zuschauer, die das Buch nicht gelesen haben, leichter einen Zugang zu finden. Im Grunde ist die Coming-of-Age Geschichte durchaus lohnenswert und mitfühlend.

Regie: Fatih Akin
Darsteller: Anand Batbileg, Tristan Göbel
DVD-VÖ: 9. März 2017, STUDIOCANAL

Wir verlosen zum Heimkino-Start von ‚Tschick‘ 1x dieBluRay, den Soundtrack und das Filmposter zum Film. Ihr wollt gewinnen? Dann schreibt uns bis zum 10.März eine Mail mit eurer Adresse und dem Betreff „Tschick“ an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr bald schon Post von uns in eurem Briefkasten!

 

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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