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Veröffentlicht am 2.03.2017 | von Sophia Sailer

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JOHNOSSI – Blood Jungle

I never was a lonely drifter
Slow brained sheetha
Live fort he money now
I never was afraid to speak my mind
Baby’s got a babysitter
Cocaine dealer
Stack up the money now
I’d rather be a hustler than a clown

(Johnossi – Air Is Free)

Johnossi. Johnossi aus Schweden gleich Man Must Dance. Ärgerlich nur, dass das Duo seit dem Hit 10 Jahre gealtert ist, sich in den Köpfen dennoch hauptsächlich darüber definiert. Dabei haben John Engelbert und Oskar Bonde aus dem hohen Norden nie still gestanden: Mit Blood Jungle veröffentlichen sie nach nunmehr zwölfjähriger Bandgeschichte ihr viertes Album. Dazu haben sich sie beinahe eine Fußballmannschaft an ProduzentInnen und Songwritern ins Boot geholt: Astma & Rocwell (Tobias Jimson und Michel Flygare), normalerweise eher in poppigeren Gefilden beheimatet, haben das Album abgemischt, Joakim Berg (War/Rain), Carl Falk, Rami Yacoub (Weak Spots), Patrik Berger (Blood), Salem Al Fakir und Vincent Pontare (On A Roll) waren am Songwriting beteiligt. Derartige Kollaborationen sind auch für das Duo noch neu – was den Sound des Albums angeht, verlassen sie sich dennoch auf gewohntes.

Und gewohnt meint in dem Fall langweilig. Zwischen egalen Lyrics, Chören und homogener musikalischer Untermalung, die zum Mitklatschen einlädt, verlieren sich Knittern und Charme der Anfänge leider vollends. Die Vorabsingle Air Is Free hat dahingehend schon Großes angekündigt: Samples, Chöre, Bläser: Dinge, die man allesamt nicht auf einem Johnossi-Album verorten würde. Auch nicht möchte. Gitarre, Schlagzeug, die charakteristische, kratzige Stimme Engelberts haben bisher immer genügt. Auf Blood Jungle wollen sie aber groß hinaus – es ist das erste Album, das weltweit erscheint.

Durch und durch eine Platte für die großen Jungs. Die, die vielleicht mal zu Babyshambles und Mando Diao getanzt haben, sich heute aber mal einen kinderfreien Abend in Funktionskleidung und Herrenfreizeitschuh gönnen. Sie avancieren damit zu den Nickelbacks der Indiekids. Mehr bleibt auch nach mehrmaligen Durchläufen des Albums leider nicht hängen.

Johnossi – Blood Jungle
VÖ: 17. Februar 2017, Universal Music
www.johnossi.com
www.facebook.com/johnossi

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