Kritik

Veröffentlicht am 28.04.2017 | von Tobias

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NOCTURNAL ANIMALS – Kritik

Susan Morrow (Amy Adams) betreibt ein erfolgreiches Kunstmuseum in Los Angeles. Sie geht voll in ihrem Job auf und ist oft alleine, da ihr Mann als erfolgreicher Arzt viel reisen muss. Eines Tages bekommt sie aus heiterem Himmel Post von ihrem Ex-Mann Edward (Jake Gyllenhaal),. Dieser ist Autor und erhofft sich von Susan eine Meinung zu seinem neuen Roman „Nocturnal Animals„. Dieser Roman handelt von dem Mathematikprofessor Tony Hastings, dessen Frau Laura und Tochter während eines gemeinsamen Urlaubs entführt und ermordet werden. Susan erkennt beim lesen immer mehr parallelen zur ihrer Vergangenheit und es scheint, als wäre das Manuskript nicht so harmlos wie es zunächst erscheint.

Mit Nocturnal Animals liefert der Regisseur Tom Ford erst seine 2. Regiearbeit ab. Das ist durchaus erwähnenswert, da sowohl sein Debüt A Single Man als auch Nocturnal Animals zum besten gehört, was in letzter Zeit produziert wurde. Und das von einem Mann, der eigentlich sein Geld mit Mode verdient hat. Eine beachtliche Leistung.

Der Film beginnt direkt verstörend. Eine Kunstinstallation von fettleibigen Frauen. Fast schon verstörend langsam erkundet die Kamera die Personen, die hier ausgestellt werden. Direkt hat der Zuschauer ein ungutes Gefühl, welches in über die Dauer des Films auch nicht mehr verlassen wird.

Der wahre Kunstgriff von Ford, ist es wie er verschiedene Erzählebenen gekonnt ineinander verwebt. Sehr schnell weiß man nicht mehr was Fiktion und was Realität ist. Wie viel von dem Buch bezieht sich wirklich auf Fakten, oder wenigstens auf Fakten wie sie hätten sein können. Die eindringliche Macht von Kunst, welcher Art auch immer wird dargestellt.

Natürlich funktioniert Nocturnal Animals perfekt auf seiner erzählerischen Ebene. Aber daneben ist es auch ein Film mit vielen Zwischentönen, die vom Zuschauer entdeckt werden müssen. Die Analyse dieser Töne sind weitreichend und vermutlich für jede Person anders zu dechiffrieren.

Tom Ford hat hier einen bildgewaltigen Film geschaffen, der vollgepackt ist mit guten Ideen, vielen Denkansätzen und erzählerischen Kniffen. Dabei wirkt Nocturnal Animals aber niemals überladen, sondern fasziniert so, dass man ihn immer wieder schauen will. Und von wie vielen Filmen kann man das schon sagen?

Regie: Tom Ford
Darsteller: Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Michael Shannon, Armie Hammer, Aaron Taylor-Johnson
DVD-VÖ: 27. April 2017, Universal Pictures Germany GmbH

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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