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Veröffentlicht am 9.03.2018 | von Sophia Sailer

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GENGAHR – Where Wildness Grows

Blue sunrise if you’ve had a change of heart
Won’t you sit back if you feel a cheater?
Up in your head, all this talking out of line
Try and keep up with me

(Before Sunrise – Gengahr)

Nicht wenige Bands stolpern über die Tücken des verflixten zweiten Albums. Nicht so bei Gengahr, die vier Briten nehmen diese Hürde letztendlich mit Leichtigkeit, auch wenn sie sich dafür drei ganze Jahre genommen haben. Die Arbeit, das Grübeln, oder was auch immer die Burschen an Schweiß und Tränen in dieses Album gesteckt haben: Es hat sich gelohnt.

Vor Jahren auf einem Alt-J Konzert dachte ich mir bei der Vorband „Oh, die passen aber gut zu Alt-J“. Heute beim Hören des zweiten Albums von Gengahr würde ich die Truppe vermutlich eher in das Vorprogramm zu Bombay Bicycle Club stecken. Und vielleicht würde ich die Band von der dunklen Konzerthalle auf eine sich auf einer Wiese befindenden Festivalbühne verfrachten.

Denn Where Wildness Grows lebt von zuckrig-verspielten Melodien, lockeren Arrangements und einer ungezwungenen Leichtfüßigkeit, die nach Frühling schreit. Oder Sommer, egal. Hauptsache warm, Hauptsache schön. Wären da nicht die gelegentlichen Aufbrüche, bretternde Gitarrensoli (Carrion), wäre diese Beschreibung vielleicht sogar schon ausreichend. Aber das würde der Spannweite des Albums nicht ganz gerecht werden.

Mit dem Opener Before Sunrise setzen sie direkt den Maßstab, der Laune macht. Obwohl die Lyrics immer wieder eine gegensätzliche Sprache sprechen: If we just do what we can/ it always gets so out of hand with you/ I know that you don’t understand/ Just stay, wash over now lautet der Chorus des gleichen Songs. Auch der titelgebende Track Where Wildness Grows lebt von selbigem süßem Hauch Melancholie, der einen dennoch nie in ein schwarzes Loch zieht.

Gengahr verstehen es, von eben diesen manchmal düsteren Gefühlen zu sprechen, ohne sie zu überzeichnen. Filigranes Falsett steht rauen Gitarren gegenüber – ruhige Momente gehen musikalischen Aufbrüchen voran. Gengahrs zweites Album lebt von Gegensätzen und diesem ständigen Auf und Ab, ohne durchschaubar zu werden.

Gengahr – Where Wildness Grows
VÖ: 9. März 2018, Pias
http://www.gengahr.com
https://www.facebook.com/gengahrband/

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