Interviews

Veröffentlicht am 2.03.2018 | von Silvia Silko

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LALUME – Ertrinken & Fühlen

Grenzenlosigkeit scheint ein generelles Muster von Lalume zu sein: Wurzeln aus Australien, Italien und Norwegen kreuzen sich hier quer. Gelandet ist das musikalische Duo Auri und Ola in Berlin und zwar in keinem geringeren Bauwerk als dem grandiosen Funkhaus. Hier nehmen die beiden ihre transzendentalen, großflächigen Stücke auf, die einen sofort in ihren Bann ziehen. Wer nicht nur gerne zuhören mag, sondern auch visuell etwas geboten haben möchte, darf sich freuen. Lalume veröffentlichen heute ihr neues Video zum Track Phaeton – in dem in elegantem Retro-Look verführt und gemordet wird. Wir haben mal ein wenig tiefer nachgefragt, was es mit diesem Video auf sich hat!

Ihr mögt den Vintage-Look, oder?
Ja, das stimmt. Wir sind sehr von allem beeinflusst, was nach Vintage riecht. Unser Studio ist voll von Retro-Instrumenten und alten Platten. Wir finden hier einfach so viel mehr Romantik und Blick fürs kleinste Detail. Es ist einfach das Gegenteil zur heutigen Welt in der alles nur noch praktisch und effizient sein muss.

In euren Videos ist Wasser ein wichtiges Element: Wasser kann Leben bedeuten, aber auch den Tod – genau wie in eurem Video. Warum ist euch das wichtig?
Phaeton ist unser zweites Video und Wasser spielt erneut eine große Rolle. Unser erstes Video Rabbit Hole wurde ja komplett unter Wasser gedreht. Für uns repräsentiert Wasser die reine Emotion. Die Idee zu ertrinken oder durch eine Welle von den Beinen gerissen zu werden bis hin zu dem Punkt an dem man nicht mehr atmen kann – so ist das, wenn man stark fühlt. So ist es für uns auch im Bezug auf Musik und genau da kommt unsere Musik her: Es ist die Mischung aus Ertrinken in einem Strudel aus Qual und Rausch.

Männlichkeit und Weiblichkeit sind auch ein Thema bei euch. Erklärt uns das im Bezug auf euer Video.
Wir wollten die Kraft der sanften aber auch gleichzeitig wilden Weiblichkeit unterstreichen. Genauso, wie es im sanften und flüssigen Wasser ja auch zu finden ist – so ist die weibliche Kraft für uns auch: Wasser kann Feuer löschen, aber es kann auch ganze Städte zerstören und so ziemlich jedes andere natürliche Element zur Strecke bringen. Die weibliche Energie und ihre Stärke wachsen gerade auf unserem Planeten. Der „Boys Club“ der nun schon viel zu lange unseren Planeten und die Industrie, vor allem auch die Musikindustrie, bestimmt hat, werden aktuell einfach weggeschwemmt durch eine neue Welle an Feministinnen. Aber anders als die vorangegangenen Generationen an Feministinnen müssen wir heute nicht unsere Weiblichkeit negieren um Respekt zu bekommen. Wir wollen unsere Weiblichkeit behalten, die wundervolle weiche Sinnlichkeit, die alle Frauen in sich haben, während sie für Gleichberechtigung kämpfen. Wir sind so fertig mit einem System, dass uns ausnutzt, uns ins Wort fällt und uns nicht ernst nimmt. Es ist gerade wie der große Tod des patriarchalen Systems. Wirklich. Und das gilt es zu feiern!

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