Filmnews

Veröffentlicht am 30.05.2019 | von Sara Lingstädt

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Kinotipp der Woche & Filmkritik: ROCKETMAN

“In twenty years, we’ve never had a single argument” 

(Elton John –Rocketman)

Nach Bohemian Rhapsody ist nun mit Rocketman ein neuer Biopic im Kino. Fun Fact: Mit Dexter Fletcher haben beide Filme den gleichen Regisseur. Der Film beschreibt den Aufstieg Elton Johns (Taron Egerton) von seiner Zeit an der „Royal Academy of Music“ als er noch Reginald Dwight hieß, hin zu einem globalen Superstar mit Nummer Eins Hits wie Candle In The Wind.  Besonders hervorgehoben wird seine äußerst fruchtbare Partnerschaft mit Bernie Taupin (Jamie Bell), die ihm in den 1970er Jahren zu internationalem Durchbruch verhalf. Zusammen kreierten sie Rocket Man, einen Song über einen Astronauten, der nur höchst unwillig die Erde verlässt,  weil er die Einsamkeit des Weltraumes fürchtet. 

Gleich zu Anfang wird Elton John als komischer Vogel vorgestellt: er kommt in voller Bühnenmontur, einem dramatischen, orangeroten „Devil“-Kostüm, mit angenähten Federn, gehörnter Kopfbedeckung und Plateaustiefeln in eine Reha-Klinik. Angekommen bei den Anonymen Alkoholikern berichtet er in Rückblenden von den Höhen und Tiefen in seinem Leben. Allerdings ist dies keine brav-realistische Rückblende, wie man sie aus Biopics kennt. Hier wird gesungen und hier wird getanzt bis der komplette Saal abhebt! Und das macht Rocketman zu einem tollen Musical Blockbuster Kinofilm. Taron Egerton ist großartig in der Darstellung dieses zunächst schüchternden, einfühlsamen jungen Mannes, der sich nach und nach zur Rampensau entwickelt. Der 1989 geborene britische Sänger und Schauspieler hat schon in Fletchers Skispringer-Biografie Eddie the Eagle die Hauptrolle gespielt. Als Elton John’s Beziehung mit dem smarten Manager John Reid (Richard Madden, bekannt als Robb Stark aus Game of Thrones) beginnt, inszeniert Flechter das mit Witz und Erotik – inklusive einer Bettszene. Das ist erwähneswert, da es tatsächlich die erste schwule Sexszene ist, die ein Major-Filmstudio zeigt. Brokeback Mountain oder Call Me By Your Name haben da bereits filmhistorisch Vorarbeit geleistet, doch sie wurden von kleineren Studios produziert und richteten sich an ein überschaubares Publikum. Eine prägende Szene des Films ist außerdem Elton’s Coming-Out. Als er am Telefon seiner Mutter (Bryce Dallas Howard) unter großer Anspannung gesteht, dass er schwul ist, antwortet sie nur unterkühlt: “I’ve known for years. I just hope you know you’re choosing a life in which you’ll be alone forever. You’ll never be loved properly.” Das Leitmotiv der Einsamkeit und Sehnsucht nach aufrichtiger Liebe jenseits des Scheinwerferlichts, zieht sich durch die gesamten zwei Stunden Spieldauer. 

Das Schöne an „Rocketman“ ist, dass es ein Film über Freundschaft ist. Die Freundschaft zwischen Elton John und seinem Texter Bernie Taupin. Das kommt vor allem in einer Szene zum Ausdruck, in der Taupin den Text zu Your Song am Frühstückstisch schreibt. Im anderen Zimmer sitzt Elton John am Klavier und tastet sich zu der berühmten Melodie vor. In dem Moment kommt Taupin zur Tür rein, ihre Blicke sind inszeniert wie die von Verliebten. Doch es geht hier viel mehr um das Verliebtsein in die Musik, die sie zusammen schaffen und die beide verbindet. 

Regie: Dexter Fletcher
Darsteller: Taron Egerton, Jamie Bell, Richard Madden, Bryce Dallas Howard, Stephen Graham
Kinostart: 30. Mai 2019

Zum Kinostart von Rocketman verlosen wir 2x den Soundtrack und das Filmplakat zum Film. Ihr wollt gewinnen? Dann schickt uns bis zum 03.06. eine Mail mit dem Betreff „Rocketman + eure Adresse“ an gewinnen@bedroomdisco.de und mit etwas Glück habt ihr bald schon frohe Gewinnkunde in eurem Postfach!

 

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