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Veröffentlicht am 13.06.2019 | von Susan

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TUSKS – Avalanche


Foto-© Toby Harvard

Take me down
Take me out of my lonely mind
Show me some way that I can find
Way to make this end

But now you are in my bed
I don’t know how I let you stay
I don’t know why I just can’t be
On my own tonight

(Tusks – Delusion)

Der Kaffee zu bitter und die (Gedanken-)Wüste zu sandig. Alles schlecht also. Mit so einer Grundstimmung würde man sich am liebsten von den aufkommenden Sonnenstrahlen verbrennen lassen, als sie mit offenen Armen zu empfangen. So muss es auch der Songwriterin und Produzentin Emily Underhill aka Tusks vorgekommen sein, als sie sich nach einem Unfall den Ellenbogen zertrümmerte. Aber nicht nur die Erkenntnis vielleicht nie wieder Gitarre spielen zu können, beutelte die Britin zu dieser Zeit und so machte sie sich mit einem halbvollen Glas Wasser auf den Weg zu sich selbst. Das Ergebnis ist dem am 14. Juni erscheinenden Album Avalanche zu entnehmen.

Inspiration holte sie sich 2017 nach ihrer Tour mit Isländer Ásgeir, vor allem aus der Natur. Aber auch Einflüsse von My Bloody Valentine und der Foals wird man in ihren musikalischen Ergüssen wiederfinden, die mit eisigen Synths und hallenden Gitarren wie eine Caprice daherkommen. Abgerundet wird das cinematisch gehaltene Album, durch die Lyrics, mit denen sich die Musikerin selbst, aber auch das Leben anderer hinterfragt. So auch im Song Peachy Keen, der eine bittersüße Antwort auf dem vorherrschenden Sexismus darstellt und den Fall eines Abgeordneten wiederspiegeln soll, der kürzlich gegen das Verbot von Upskirting, also das voyeuristische Fotografieren unter dem Rock einer Frau, gestimmt hat. Andere Songs, wie beispielsweise Salt, handeln von ihren eigenen psychischen Erkrankung und sollen Menschen, die ebenfalls an einer Neurose leiden Mut machen darüber zu sprechen. Das Herzstück bildet jedoch der Lovesong Delusion, mit dem sie ihre damalige Es-ist-kompliziert-Beziehung zu bewältigen versucht.

Leider geht unter den ganzen dramatischen Begebenheiten die Musik ein wenig verloren. Das, was Tusks meint und wie sie es rüberbringt, scheinen nicht wirklich miteinander zu harmonieren. Dabei möchte die Musikerin Mut machen, der Sonnenstrahl zu sein. Zurück bleibt leider nur etwas sandiger Kaffee, oder eben kalte Wüste. Ein bisschen mehr Zuversicht und eine Brise Enthusiasmus sollten nicht fehlen, wenn man solch wahnwitzigen Erlebnisse in eigens kreierte Songs verpacken will. Ein Lichtblick bleibt allerdings: Der Ellenbogen der Britin hat sich wieder vollständig erholt. Fast schon ein Happy End, oder hoffentlich der Beginn von noch weiteren spannenden Geschichten und positiven Gedanken.

Tusks – Avalanche
VÖ: 14. Juni 2019, One Little Indian
www.tusks.eu
www.facebook.com/tusks

Tusks Tour:
17.09. Berlin, Lido*
18.09. Frankfurt, Zoom*
19.-21.09. Hamburg, Reeperbahn Festival
*Algiers Support


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