Interviews

Veröffentlicht am 21.08.2019 | von Dominik

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DIE HÖCHSTE EISENBAHN – Interview

Foto-© Sebastian Madej

Gerade tingelt Die Höchste Eisenbahn aufgrund des gerade erst am vergangenen Freitag erfolgten Release ihres neuen Albums Ich glaub dir alles durch die ersten Stationen ihrer Release-Tour und macht nächste Woche auch bei unserem Golden Leaves Festival Halt. Wir trafen uns mit 50% der Text-Maschinerie hinter der Supergroup im Internet und haben Moritz Krämer per Mail mit Fragen gelöchert – zum Album, zu den Texten und zur Erwartungshaltung! Unser Interview mit Die Höchste Eisenbahn!

Die Entstehungsgeschichte der Höchsten Eisenbahn ist relativ bekannt. Gleichzeitig gibt es aber auch immer noch eigene Projekte (du hast ja auch gerade erst ein Doppelalbum veröffentlicht) und Auftritte der Mitglieder – wie seht ihr nach über acht Jahren Bandgeschichte das Projekt, als Haupt- oder Nebenprojekt, und wie hat es sich über die Jahre in euren Augen entwickelt?
Für mich ist es meine Hauptband. Das war von Anfang an so. Wir sind von zu zweit zusammen Lieder schreiben immer mehr zu einer Band geworden, die zusammen jammt und Musik schreibt.

Was macht in euren Augen eure Zusammenarbeit aus und wie werden bei euch Entscheidungen getroffen?
Nichts ist verboten. Freundlich aber nicht verlogen. Wir tun so, als ob wir alles zusammen entscheiden und am Ende setzen sich die zwei Dickköpfe durch.

Wann habt ihr mit der Arbeit am neuen Album Ich glaub dir alles angefangen, wann/wie entstand der Titel und was war der Plan für das Album?
2017. Im Wendland. Der Plan war: Die Musik zu viert erjammen, Lieder daraus zu schreiben, Francesco und ich schreiben die Texte fertig, dann zusammen im Studio live einspielen. Der Titel ist ein Satz aus dem Lied „So siehst du nicht aus“.

Könnt ihr ein bisschen vom Entstehungsprozess des Albums erzählen, wann, wo, wie es entstanden ist, was der beste/schlimmste Moment während den Aufnahmen war und was die wohl am meisten erzählte Anekdote aus der Zeit ist?
Ich war viel in dem nahegelegenen See baden. Ich hab viel gelesen, saure Äpfel von dem Baum im Garten gegessen. So entspannt sind die anderen Platten nicht entstanden.

Für das neue Album habt ihr auch erstmals mit einem Produzenten (Moses Schneider, der zuvor mit Annenmaykantereit, Tocotronic oder Dendemann gearbeitet hatte) zusammengetan – wie kam es dazu, warum fiel die Wahl auf Moses Schneider und welche Auswirkungen hatte die Zusammenarbeit auf die Platte?
Wir wollten die Lieder live zusammen einspielen. Das ist Moses’ Ding. Deshalb haben wir ihn gefragt. Und Moses hatte Lust zu Ingo in das Candy Bomber Studio zu gehen. Die Auswirkungen hört man vermutlich. Der Sound der Platte klingt nach Moses und weniger nach den ersten beiden Eisenbahnplatten.

In der Bio zum neuen Album steht, dass Ich glaube dir alles das wohl beste Die Höchste Eisenbahn-Album aller Zeiten sei – wie seht ihr das?
Der Satz zitiert die Werbung eines bekannten mp3-player, Handy und Computerherstellers. Er ist ironisch gemeint, aber vielleicht trotzdem wahr.

Welche musikalischen Einflüsse habt ihr und welche Vorbilder bzgl. der Texte? Was inspiriert euch zu den Texten und in welchen Situationen schreibt ihr diese am besten?
Ich schreibe als Hausaufgabe zu Hause. Im Kino, weil ich bei einer Szene überbordende Gefühle bekomme. Aus Hilflosigkeit, weil mir im Alltag die Worte fehlen. Meine musikalischen Einflüsse werden von Youtube und Spotify- Algorithmen gespeist, sind vom Beatles-Songbuch und Hannes Wader Kassetten im Griechenlandurlaub ‘82 oder verhassten Klavierstücken, die ich als Kind lernen sollte, vorgeprägt.

Welche Hoffnungen/Erwartungen verbindet ihr mit der Veröffentlichung des Albums und wie definiert ihr für euch Erfolg?
Erfolg ist: Die gebuchten Clubs sind gefüllt. Coole Leute finden unsere Musik cool.

Welche vier Alben sind für euch in eurer Entwicklung am prägendsten gewesen und warum?
Weiß ich nicht. Aber 4 wichtige sind für mich: Pearl Jam/ VS., Pearl Jam/Vitalogy, Pearl Jam/No code und Joni Mitchell/Blue

Was habt ihr in 2018 gelernt?
Weiß ich immer erst 3 Jahre später. Oder nie.

Was macht ihr wenn ihr nicht Musik macht?
Mit den Kindern spielen, alles aufschreiben und mit Freunden im See baden.

Wie würde eure Bedroomdisco aussehen?

6-Bett-Schlafwagen im Zug nach Moskau. Wir hören Podcasts und leuchten uns gegenseitig mit der Taschenlampe ins Gesicht.

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