Musiknews

Veröffentlicht am 29.10.2019 | von Dominik

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ALGIERS – dringlicher Sound

Die aus Atlanta stammende Band Algiers kündigt heute ihr mittlerweile drittes Studioalbum There Is No Year für den 17. Januar 2020 via Matador Records an! Der dringliche Sound der Band klingt auf dem neuen Album noch etwas fiebriger als auf den Vorgängern. Während Sänger und Multiinstrumentalist Franklin James Fisher seine geschliffenen Lyrics von der Kanzel herab predigt, ist der wummernde Synthesizer der nervöse Puls, um den herum der unverwechselbare Klang der Band kreist – angetrieben von der Rhythmussektion um Matt Tong (ehemals Drummer bei Bloc Party) und Ryan Mahan. Das zweite Album The Underside Of Power hatte der Band bei Publikum wie Kritikern zuletzt zum endgültigen Durchbruch verholfen – für den Nachfolger holte man sich die Produzenten Randall Dunn (Sunn O))) und Ben Greenberg ins Studio, um dem futuristischen Post-Punk-R&B eine neue Textur verpassen. Industrial-Sound geladene Klangwelten, die an Scott Walker in seiner 4AD-Ära oder Iggy Pops und Bowies Berlin Phase erinnern, treffen auf eine Synthese aus Marvin Gaye und Fever Ray.

Auf There Is No Year bleiben Algiers unberechenbar und werden in Zeiten politischer Verwerfungen zu einer wichtigen und lauten Stimme. Ihr hitziger Soul setzt dabei nicht nur Seelen in Brand, sondern heizt auch gleichermaßen den politischen Diskurs an. Die Musikwelt braucht Agitatoren wie Algiers mehr denn je – heute und für alle Zeiten.

Die erste Single heißt Disposession und mahnt die demenzartige Geschichtsvergessenheit an. Das dazugehörige Video wurde in Paris gedreht. Der Regisseur Sohail Daultazi über seinen Film zum Song: “Filmed in Paris video opens with the sites of colonial massacres of Algerians, moves to the repressive spaces of the banlieues, and includes shots of the Jardin d’Agronomie Tropicale – a park that celebrates the glories of empire. But this is not just about the past or Paris, it is everywhere that the banner of the West is waved, where monuments to our ruin are raised – reminders of the ongoing violence, of the tensions between dream and its discontents, past and present, them and us. I wanted to give visual resonance to these tensions, to our dignified stances amidst the madness, and to our memories of a future foretold.”

YouTube video

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