Kritik

Veröffentlicht am 14.10.2019 | von Tobias

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ROCKETMAN – Filmkritik

“In twenty years, we’ve never had a single argument”

(Elton John –Rocketman)

Die 1960er-Jahre: Reginald Dwight (Taron Egerton) ist ein unscheinbarere Junge in einem Vorort von London. Er ist viel zu schüchtern und soziale Begegnungen machen ihm Probleme. Aber er hat ein außergewöhnliches Talent – das Klavier spielen. Hier fühlt er sich wohl und keiner kann im auch nur im Ansatz das Wasser reichen. Die Melodien schießen nur so aus ihm heraus. Als er in London seinen Traum verwirklichen will, ein großer Rock’n’Roll Star zu werden, findet er auch immer mehr zu sich selbst. Er trifft Texter Bernie Taupin (Jamie Bell) und zusammen schreiben sie ihre ersten Songs. Reginald gibt sich den neuen Namen Elton John und feiert fortan unglaublich Erfolge. Doch umso mehr Erfolge er einheimst umso mehr scheint sein Privatleben zu zerbrechen. Eskapaden häufen sich und schon bald scheint die Karriere in die Brüche zu gehen.

Elton John ist wahrscheinlich einer der letzten großen Weltstars dieser Welt. Über Jahrzehnte prägte er die Musiklandschaft wie kein anderer und hat Hits abgeliefert, die in so einer Fülle einfach unglaublich sind. Nun hat sich also auch die Filmindustrie dran gemacht, dass Leben dieses Ausnahmekünstlers auf die große Leinwand zu bringen.

Zunächst einmal kann man sagen, dass Rocketman ein unterhaltsamer Film geworden ist, der keine Sekunde langweilig wirkt. Dies liegt aber insbesondere an der großartigen Musik und nicht an dem Erzählten. Fast schon im Eiltempo will der Film jede Station des Künstlers mitnehmen. Von der schwierigen Kindheit, mit dem abwesenden Vater, das Outing und die vielen Drogenprobleme. Alles wird angeschnitten, nichts aber vertieft. Darunter leidet der Film enorm. Eine richtige emotionale Tiefe entwickelt die Story nur sehr selten und eher abseits von den großen emotionalen Brocken im Leben des Elton John. Die Freundschaft zwischen ihm und Bernie Taupin ist so ein kurzer Moment, wenn der Film wirklich die Intimität der beiden Künstler herausstellt.

Schauspielerisch kann Taron Egerton als Elton John voll und ganz überzeugen. Als Zuschauer wundert man sich des öfteren, ob man hier gerade das Original oder wirklich nur den Schauspieler sieht. Auch die Songs werden von ihm überzeugend und großartig dargeboten. Kein Grund für Scham oder peinliche Momente.

Rocketman lebt von der großartigen Musik des Künstler, die untermalt wird mit verschiedenen Lebensstationen. Leider hätte es hier sehr sehr viel mehr Zeit gebraucht um das komplette Leben von Elton John in all seinen komplizierten Facetten zu beleuchten. Geblieben ist ein kurzweiliges Werk, welches aber auch schnell wieder vergessen ist.

Regie: Dexter Fletcher
Darsteller: Taron Egerton, Jamie Bell, Richard Madden, Bryce Dallas Howard, Stephen Graham
DVD-VÖ: 10. Oktober 2019, Paramount

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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