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Veröffentlicht am 26.02.2020 | von Susan

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KYTES – good luck

Foto-© Franz Kais

I set my world on fire
There’s nothing i can do to make it stop
I’m walking on a wire
Looks like i gotta take it from the top
You ask if i’m ok
Can’t you see that there is blood all over my hands
It’s just one of these days
How can it be hard to understand

(Kytes – Runaway)

Wenn man an München denkt, kommen einem meist zu eng geschnürte Dirndl und konservative Weißwürste in den Sinn. Eine gute Hopfenkaltschale vielleicht noch und da alleine trinken nicht gesellschaftsfähig ist, genießt man sein Weißbier am besten in guter, weniger Klischee behafteter, Gesellschaft. Das dachte sich auch die Münchner Indieband Kytes, die schon seit Kindertagen ihre Zeit am liebsten gemeinsam verbrachten. Die besten Freunde Michael Spieler, Timothy Lush, Kerim Öke und Thomas Sedlacek begannen schon früh mit der Musik. Als Blind Freddy unternahmen sie damals erste Gehversuche, stolperten, wahrscheinlich über den Namen, um 2015 als Kytes, wie der Phoenix aus der Asche wieder aufzusteigen. 

Denn mit neuem Namen, folgte auch ein durchdachtes Konzept. Saubere Gitarrenriffs, eingängige Songstrukturen und eine saubere Grammatik, sorgen seither für ein sinniges Konstrukt, das mit ihrem Debüt 2016 Heads and Tales seine verdienten Erfolge feierte und ihnen einen Platz im Sound of Munich sicherte. Nach weiteren EPs und ausverkauften Tourneen, folgt am 28. Februar das zweite Studio-Album good luck. Was sich im ersten Moment etwas sarkastisch anhört ist, zeugt von einem reiferen Sound, bei dem die Musiker sich vor allem den Synthie-Sound der 80er einverleibt haben.

Schon im Opener Runaway wird diese neue Energie ersichtlich. Der Song beschäftigt sich mit den unendlichen Möglichkeiten, die manchmal so überfordernd sind, dass man weglaufen möchte. Für die zweite Single Go Out legen sie aber dann wieder den altbekannten Feel-Good Indiesound auf, der durch Spielers verträumte Stimme getragen wird. Energiegeladen geht es auch mit Take Me Home weiter, obwohl der Refrain, einer Fußball-Hymne entspringen könnte und sich daher eher weniger für einen Karaoke Abend eignet. Alright, ein absoluter Partyhit, fängt die Stimmung allerdings recht schnell wieder auf und in Gedanken sieht man die schwitzenden Fans schon jetzt lauthals mitgrölen. Mit Shot Of Love haben die Münchner eine sommerliche Liebesgeschichte kreiert, die nach Vintage klingt und nach den ersten Schmetterlingen im Bauch und nach Sonne und vielleicht auch nach Biergarten. 

Dieses Gefühl bleibt auch bei der zweiten Hälfte des 11 Song umfassenden Album bestehen und findet seinen Höhepunkt mit Livin‘ in Havana. Damit sichern sich Kytes wieder mal einen festen Platz auf sämtlichen Playlists des Sommers, Festivals und den Herzen ihrer Fans und natürlich denen, die es noch werden wollen. Ganz nach dem Motte: Stellt das Weißbier kalt, es gibt was zu feiern.

Kytes – good luck
VÖ: 28. Februar 2020, Frisbee Records
www.kytesmusic.com
www.facebook.com/pg/kytesmusic/about

Kytes Tour:
28.02. Triple M, München
17.03. Schlachthof, Wiesbaden
18.03. Luxor, Köln
19.03. Lido, Berlin
20.03. Knust, Hamburg
21.03. UT Connewitz, Leipzig

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Über den Autor

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.



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