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Veröffentlicht am 3.03.2020 | von Dominik

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Bedroomdisco Top Alben – März

Foto-© Alexandra Waespi

Die Medien sind voller Corona-Meldungen, die Drogerien und Supermärkte dafür leer geräumt – wir berichten da doch lieber über etwas positivere Entwicklungen, nämlich die anstehenden musikalischen März-Highlights!

1. Sufjan Stevens & Lowell Brams – Aporia (VÖ: 27.03.2020)

Family Business: sein neues Album nahm der Oscar- und Grammy-nominierten Komponisten, Sänger und Multi-Instrumentalisten Sufjan Stevens zusammen mit seinem Stiefvater und Asthmatic Kitty Records-Mitbegründer Lowell Brams auf. Zwischen beiden gab es bereits in Stevens Kindes- und Jugendalter eine starke Bindung, 1999 gründeten sie zusammen das Label und in 2009 arbeiten sie gemeinsam an Music For Insomnia – einer aufregenden, berauschenden Sammlung von Instrumentalmusik. Im Gegensatz zu dem dissonanten und nischenhaften Ansatz davon, ist Aporia jedoch ein eingängigeres, von New Age inspiriertes Album, das aus dem Zusammenfügen von musikalischen Versatzstücken, die sie nach stundenlangen Aufnahmen im Haus Stevens in New York zu Songs zusammenfügten. „You know how it is with jamming: ninety percent of it is absolutely horrible, but if you’re just lucky enough, ten percent is magic. I just kept pulling out these little magical moments,” erklärt Stevens dazu.

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2. Låpsley – Through Water (VÖ: 20.03.2020)

2016 war die damals 19-jährige Holly „Låpsley“ Fletcher aus Liverpool sowas wie die große Hoffnung auf das Adele-Erbe, was ihr Debütalbum Long Way Home jedoch nur in Abstrichen und ihre Live-Shows noch weniger halten konnten. Nun kehrt das britische Alternative-Songwriter Talent zu ihren Wurzeln zurück, klingt nicht mehr so sehr zum Pop gedrängt und zeigt ihre Wandelbarkeit im Grenzfeld zwischen elektronischem Soul-Pop, zeitgenössischem R’n’B und weiß auch mit mehr Selbstbewusstsein zu überzeugen. Zwar grenzen die Songs inhaltlich immer wieder etwas an Kalenderspruch-Niveau, dafür scheint zwischen den Beats immer mehr Tiefe und Persönlichkeit durch.

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3. Nadia Reid – Out of My Province (VÖ: 06.03.2020)

Schon das Zweitwerk der Neuseeländerin Nadia Reid wurde von Kritikern wie Fans mit offenen Armen empfangen – ihr drittes Album könnte nun den großen internationalen Durchbruch bedeuten, womit sie es ihrer Kollegin Aldous Harding gleichtun könnte. Geschrieben während der ausgiebigen Tour zum Vorgänger, aufgenommen in der amerikanischen Fremde mit ihr zuvor fremden Musikern, ist Out of My Province ein zärtliches Reisealbum, voller Road-Songs und mit lauter großen Momenten zwischen PJ Harvey, Joni Mitchell oder Andy Shauf.

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4. Hundreds – The Current (VÖ: 27.03.2020)

Gut drei Jahre musste man auf neue Musik des Geschwister Duos Eva und Philipp Milner warten – nun kehren die beiden mit einem Album zurück, das einen zuerst sanft, dann immer bestimmter packt. Dabei verweben sich elektronische wie organische Sounds nahtlos, große Melodien und Emotionen werden durch einen Puls aus elektronischen Beats und Synths durchzogen, während die Klangfarbe heller, die Attitüde kämpferischer ist als auf den bisherigen Alben.

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5. The Districts – You Know I’m Not Going Anywhere (VÖ: 13.03.2020)

Das vierte Album der US-amerikanischen Indie-Rock-Band The Districts behandelt eine Vielzahl von Themen, wie Beziehungen, das Finden des Besten in sich selbst, das Loslösen von allem Schlechten, das Leben, anhaltende Liebe und die Sehnsucht, den Tod hinauszuzögern. Doch was sich hier wie grüblerische Schwere anmutet, markiert für die Band aus Philadelphia nachdem sie zum Vorgänger über 200 Konzerte gespielt hatte und die Köpfe leer waren, einen Befreiungsschlag. Eingängig, energisch und voller mitreißender Melodien haben die vier sich als eine perfekte Mischung aus The Killers und Pinegrove zu einer Indie-Bank entwickelt.

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Newcomer:

1. Porridge Radio – Every Bad (VÖ: 13.03.2020)

“A lot of it was figuring out how I want to exist in relation to others, and how to process my own feelings, how to be vulnerable, how to show people how I feel. I struggle with being vulnerable and being open, so that’s something I do through songs.” Porridge Radio, die Band um Frontfrau Dana Margolin ist wohl eine unserer absoluten Lieblings-Newcomer-Bands des Jahres 2020 bisher. Herausgewachsen aus der DIY- und Open Mic-Szene Brightons ist ihr Zweitwerk und Secretly Canadian-Debüt so kraftvoll, wuchtig, frisch und gleichzeitig poetisch, wie es einem dieses Jahr wohl nur selten unterkommen wird. Wir sind Fans!

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2. Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys – Greatest Hits (VÖ: 20.03.2020)

Seit einiger Zeit weht eine Duftwolke 4711 Echt Kölnisch Wasser durch die hiesige Musikszene, verbunden mit großer Geste, Italo-Romantik und eingängigen Ohrwürmern – und ja, auch wir sind den Herren von Roberto Bianco & Die Abbrunzati Boys seit ihren Smash-Hits Ponte di Rialto, Vino Rosso oder Baci verfallen. Roberto wer? Abbrunzati was? Kölnisch Wasser? Die selbsternannten Schlager-Stars begeistern seit einiger Zeit mit schwülstigen Italo-Schlager-Melodien, die mit Indie liebäugeln und von großen Gefühlen zu berichten wissen, dass es einen nicht mehr los lässt! Kein Wunder also, dass ihr am 20. März erscheinendes Album auch gleich Greatest Hits heißt und mit Sebastian Zebo Adam auch einen Könner von heißen Indie-Hits als Produzent vorzuweisen hat, hat er doch schon bei Bilderbuch am Sound gefeilt.

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3. Jordan Mackampa – Foreigner (VÖ: 13.03.2020)

Jordan Mackampa ist ein britischer Sänger mit kongolesischen Wurzeln, bei dessen Songs wir 2020 ganz genau hinhören sollten. Seine Musik ist eine Mischung aus modernem Folk, Blues und Soul und die Themen könnten nicht persönlicher sein: Die Tracks seines am 13. März erscheinenden Albums Foreigner handeln von fließenden Identitäten und dem Umgang damit, nirgendwo richtig dazuzugehören. Dabei ist Mackampa so ehrlich, dass es oft weh tut, aber auch tröstet. Er will da sein für Menschen, die das gleiche durchmachen wie er, aber er erzählt seine Geschichten auch, um endlich gehört zu werden. Jordan Mackampa versteht es mit seiner Musik, Krisen in Zuversicht zu verwandeln und trotzdem nicht zu verharmlosen.

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Wiederkehrer: Gil Scott-Heron – We’re New Again – A Reimagining By Makaya McCraven (VÖ: 07.02.2020)

Im Februar 2010 veröffentlichte der legendäre und mittlerweile verstorbene Musiker, Dichter und Autor Gil Scott-Heron sein dreizehntes und letztes Studioalbum I’m New Here. Es war und ist ein Album, das auf Schritt und Tritt etwas Unerwartetes offenbart; ein Album, das Scott-Heron dazu brachte, die Grenzen zu verschieben, zu erforschen und zu testen, wie er es immer getan hatte; immer nach vorne schauend, immer noch Konventionen und Erwartungen herausfordernd. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Veröffentlichung, erschien Anfang Februar eine einzigartige Neuinterpretation des Albums durch den renommierten Chicagoer Musiker Makaya McCraven. Diese lotet die Songs Scott-Herons noch mal aus, verschiebt die Genre-Grenzen gen Jazz und definiert sich anhand der eh schon großen Songs noch mal neu.

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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