Kritik

Veröffentlicht am 15.06.2020 | von Julius Tamm

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I SEE YOU – Filmkritik

„You ruined our family and you should pay for it!“

(Connor – I see You)

Erschrecken, Angst auslösen, verstören – das sind die Ziele von Horrorfilmen. Nur wenige unter ihnen trauen sich, diese Ziele abseits konventioneller Techniken wie Jump-Scares, schnellen Schnitten und intensiver Musik zu erreichen. Adam Randalls I See You ist einer dieser Horrorfilme. Er versucht es auf jeden Fall. Zum Heimkinorelease haben wir uns I See You noch einmal angesehen.

Das Leben von Jackie (Helen Hunt), Greg (Jon Tenney) und ihrem Sohn Connor (Judah Lewis) liegt in Scherben, seit Jackie ihren Mann betrogen hat. Und als wäre das nicht genug, kommt es im Haus der Familie Harper zu merkwürdigen Zwischenfällen. Gegenstände verschwinden, Türen verschließen sich scheinbar von alleine und fremde Stimmen sind zu hören. Immer mehr an ihrem eigenen Verstand zweifelnd beginnen die einzelnen Familienmitglieder, sich gegenseitig zu verdächtigen und zu beschuldigen. Als sie endlich begreifen, dass sie nicht mehr alleine in ihrem Haus sind, ist es schon zu spät und ein mörderisches Versteckspiel beginnt.

Direkt zu Beginn von I See You begeistert Randall. Akrobatische Kamerafahrten, ein Wechsel zwischen harten und weichen Schnitten und ein bedrohliches, die Spannung steigerndes Soundediting versprechen einen Horrorfilm der anderen Art. Ein Versprechen, das relativ schnell gebrochen wird. Das, was der Film technisch hergibt, verliert er wieder durch Besetzung und Story. Helen Hunts ausdrucksloses Spiel macht es unglaublich schwer, sich in die gezeigten Situationen hinein zu versetzen. Weder Angst, noch Schrecken oder Trauer kann sie überzeugend verkaufen. Aber so, wie der Film seine Geschichte erzählt, ist es vielleicht kein Wunder, dass einem das Gesicht einfriert. Direkt zu Beginn werden drei Handlungsstränge aufgebaut, die viel zu lange parallel nebeneinander herlaufen, ohne dass klar wird, was sie mit einander zu tun haben könnten. Selbst an kleinen Hinweisen und For-Shadowing wird gespart, nur um am Ende alles in einer Flut über den/die Zuschauer*in zu ergießen. Dabei hätte die Story von I See You das Potenzial gehabt, nach und nach die Rätsel zu lüften und das Publikum andauernd mitfiebern zu lassen.

Regie: Adam Randall
Darsteller: Helen Hunt, Jon Tenney, Judah Lewis, Owen Teague, Libe Barer
Heimkino-VÖ: 12. Juni 2020, Capelight (Alive)

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Über den Autor

Hat irgendwas mit Medien studiert, schaut gerne Filme und trinkt zu viel Tee. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und bei hr-iNFO Online



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