Musik

Veröffentlicht am 2.11.2020 | von Andreas Peters

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PALE HONEY – Some Time, Alone

Foto © Ellika Henrikson

But if I told you what
Really matters now
Keeps me out the cold
Really gets me on
You would know that in this moment
I just need some time alone

(Pale Honey – Some Time, Alone)

Von der internationalen Presse erfuhren bereits die ersten beiden Alben der schwedischen Alternative-Rock-Darlings Pale Honey überschwängliches Lob – und mit dem dritten Werk Some Time, Alone, das nun bei Bolero Recordings erscheint, dürften die Göteborger um Tuva Lodmark und Nelly Daltrey ihren Stern nur noch heller zum Leuchten bringen. Voller rustikaler Energie und rauer Schönheit strahlen die zehn neuen Songs und sind dabei ein ehrliches und gewagtes Schaubild, das tief in eine ganz persönliche Welt voller emotionalem Eifer, frustrierter Gefühle und sensiblen Momenten blicken lässt.

Düster ragen die Bässe aus dem eröffnenden Titeltrack Some Time, Alone heraus, flankiert von selten heraus blitzenden Gitarren. Groovig und minimalistisch, während die Stimmung gedämpft und melancholisch bleibt, rauschen die Minuten hier nur so dahin, getragen von Lodmarks soghafter Stimme. Mehr Verve gibt es dann aber bereits im nächsten Treat You Good. Synths und dröhnende Bässe leiten in das Dream-Pop-artige Grundrauschen, aus dem nur die ruckartigen Gitarrenschübe herausreißen können: „Give me the feeling that I need / To be down on my knees“. Elektronisch bleibt es auch bei folgenden Songs wie Friends oder Heaven Knows How Far I’ve Gone, letzteres ein anschwellendes Effekt-Feuerwerk, voller fiebriger Gefühle und ausgezehrter Stimmung. Den Hammer packen Pale Honey dann aber noch einmal für Killer Scene aus. Wie durch eine Wand voneinander getrennt, bauen sich die rhythmisch stetigen Verse langsam auf, um im Chorus, einem Donner gleich, die Tür einzurennen. Dass zwischen all dem Rausch auch noch Raum für zartere Töne ist, zeigt sich dann zum Ende auf 3 AM, das einmal mehr zeigt, wie viel Gefühl Sängerin Lodmarks ihrer Stimme entlocken kann. Fast wünscht man sich, diese Zwischentöne hätten auf Some Time, Alone noch mehr Raum gehabt. 

„We’ve never dared to be this sincere and bold before“, sagen Pale Honey selbst über ihr neues Werk – und das merkt man den neuen Songs wirklich an. Geladene Stimmungen und sensible Selbstoffenbarungen treffen auf Ausbrüche, die oft hemmungslos und innerhalb weniger Augenblicke unberechenbare Gefühlswelten zum Bersten bringen lassen. Gelegentlich mag das musikalisch etwas kalkuliert daherkommen, sodass subtilere Highlights im allgemeinen Rausch etwas auf der Strecke bleiben. Ein neuer Meilenstein für die Göteborger ist dieses dritte Album jedoch allemal. Und Grund genug, sich von der Qualität zu überzeugen.

Pale Honey – Some Time, Alone
VÖ: 06. November 2020 / Bolero Recordings
https://www.palehoney.com
https://www.facebook.com/palehoney
https://palehoneyband.bandcamp.com

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