Interviews

Veröffentlicht am 17.05.2021 | von Dominik

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CURRENT JOYS – Interview

Foto-© Brooke Barone

Das neue, just erschienene Current Joys Album Voyager ist unser absolutes Highlight im Mai, so zusagen unser Mailight. Grund genug uns mit dem amerikanischen Songwriter Nick Rattigan über sein mittlerweile siebtes Solo-Album zu unterhalten, ist der passionierte Filmliebhaber und Produktionsassistent in der Film- & TV-Industrie von Los Angeles, sowie visuelle Künstler doch nicht nur ein Tausendsassa (er spielt neben seinem Solo-Projekt auch übrigens noch als Drummer und Sänger bei Surf Curse mit), sondern auch ein gesprächiger Sympathieträger, bei dem sich einige Themen als Gesprächsgrundlage anbieten. Wir trafen uns daher vor einigen Wochen via Zoom zu einem launigen Plausch.

Rattigan sitzt in seiner Wohnung, ist gut gelaunt und gesprächig – auch wenn er erst einen Kaffee hatte und daher manchmal die Abgründe seines neuen Albums, das gleichzeitig das Debüt beim renommierten Indie-Label Secretly Canadian markiert, schwer fassen kann. Als übergreifendes Thema gibt er „Violence“ an, um nach kurzem Bedenken zu ergänzen: „The album is like a internal struggle with yourself and a cathartic push against the discrepancies of self“ Oha…aber gut, das passt ja auch dazu, dass der Filmliebhaber seine Kreativität aus dem Schaffen großer Regisseure schöpft. So zum Beispiel beim Vorgänger Album A Different Age (das Album hatte übrigens „Regen“ als Thema) durch das schaffen der Arthause-Regisseure Rainer Werner Fassbinder und Chantal Akerman. Da wundert man sich schon, wenn Rattigan erzählt, dass er sich am Vortag den neuen Mortal Combat Film im IMAX Kino zu Gemüte geführt hat: „No, no, I just have to look cool in the bio. All I watched recently was a tone of trash. Like I’ve been going back through all the Marvel movies, I love superhero movies and I love…I don’t know…just trash. I mean it’s not even trash, it’s impressive, I mean any movie is impressive. Like I can’t believe that hundreds or even thousands of people have worked on this thing and made this happen.“ Und zur Verteidigung des Mortal Combat-Kinobesuchs fügt er hinzu: „I really love the 90ies one, it’s like the first R-rated movie that I ever saw, I love the games, me and my buddy have been playing Mortal Combat 11 a lot…and it was honestly like playing the game, even if you play the story mode, you just kind appear places and they are like „We are gonna fight!“ and that’s literally part of the movie, where they are like „Let’s just transport everyone to a fighting stage“ and then there is a montage of like people fighting for 10 minutes…that’s so ridiculous…“

So viel zu den unendlich wirkenden filmischen Einflüssen des Cineasten und Musicaholics – doch die Entstehung des siebten Current Joys-Albums brachte einige Neuerungen mit sich: nachdem Rattigan bei der Produktion des letzten Surf Curse-Albums am eigenen Leib erlebte, welche klanglichen Vorteile die Produktion in einem Studio mit sich bringt („I was like: This is sick, we can actually make something sound really good – now I can’t go back“), gab es für ihn auch bei seinem Solo-Projekt kein Zurück mehr zu den alten Home Recording Tagen. Und auch dass er mit der Band, die mit ihm davor lange Zeit auf Tour verbrachte ins Studio ging, war für Rattigan eine Herausforderung auf mehreren Ebenen: „One of the most uncomfortable things ever, but it was great. I mean I’m working on being a better collaborator, but I’m a control freak and that makes it very difficult. It feels like I’m dying inside if I can’t control something. But it was really awesome, it was more about the people that I did it with.“ Die klanglichen Änderungen entstanden dabei auch schon mit dem Hintergrund der Band, aber aus Rattigans eigener Feder: „But also this time everything I wrote was for the band, because when we were on tour and everything on the last album was like really slow, so Jackson was like, ‚So boring‘. Because he is this energetic guy, he needs to let out some crazy stuff. So I would write some stuff, he could go crazy on.“

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Bei so vielen Projekten und vermeintlichen Touren, die durch Covid-19 nicht stattfinden konnte, könnte man meinen, dass Rattigan in den letzten Monaten vermeintlich die Decke auf den Kopf hätte fallen können – dem ist aber nicht so: „Honestly, when it first happened I was really stoked, all the tours were cancelled and I was like: oh…fuck, yeah, I get to chill. Actually the last Surf Curse stint, we were just touring so much, like the states and then Europe and then Mexico…and I just got soo sick, like so violently sick. Of course, it was also so fun, but my body was like breaking down. So when it was like ‚You can’t tour, everything’s pushed‘ I was like ‚Ok, chill!’…and now I just can’t imagine doing it again.“ Das Album hätte an sich schon letztes Jahr im Mai erscheinen sollen, was dem Kreativbündel natürlich noch mehr Zeit mit seinen Songs gegeben hätte. Er hat aber versucht sie einfach als fertig anzusehen, um schon weiter arbeiten zu können, auch wenn ihm das Loslassen durch einen Release des Albums gefehlt hat: „I’ve tried to think of it, like they were already out. Because I’ve already written new stuff. It’s weird to get unstuck from the record before and to be in a creative zone and do something new. You have to murder every record, to move on. Kill it. Releasing it usually does that, but if you can’t do that…“ Also sitzt Rattigan schon auf einigen neuen Songs, vielleicht einem Album – es wäre ihm zuzutrauen. Auf die Frage, wie es denn um sein anderes Projekt Surf Curse und ein neues Album davon steht, sagt er nur: „Ohhhhhhhhhhhhh, I Don’t know, maybe.“

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Über den Autor

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