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Veröffentlicht am 9.09.2021 | von Dominik

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BLOW – der Wahnsinn der Bitterkeit

Nachdem der Zauber des Erfolgs ihres Debüts Vertigo (2018) verflogen war, hatten die in Paris lebenden Musiker von BLOW schnell das ungute Gefühl sich zu wiederholen und in eine kreative Sackgasse manövriert zu haben. Das Bedürfnis war groß, die Leute zu überraschen, auch sich selbst, und über den Tellerrand zu schauen. So beschlossen Quentin (Lyrics), Thomas (Bass) und Jean (Gitarre) sich mit Crayon, einem neuen Produzenten von Roche Music zusammen zu tun. Es wurde viel ausprobiert, eine Menge produziert, Fehler gemacht und es entstand ein neues Album, das wohl bald erscheinen soll: Shake the Disease!

Für diejenigen, die nach Bausteinen in ihrem neuen Sound suchen, hier ein paar ihrer Inspirationen: Pink Floyd, Moderat, DARKSIDE, Jungle, The Beatles, Weather Report, Anderson Paak, Flying Lotus, Jai Paul. Ihre Inspirationen sind vielfältig, was aber nichts Ungewöhnliches ist für eine Gruppe, die sowohl für ihre Neugier als auch für ihre Vielfalt bekannt ist. Was die Bilder und Worte angeht, so sind sie von Ian Curtis und Jim Morrison inspiriert.

Fragen führen zu Veränderungen im Leben, die sich fast alle von uns stellen, wenn wir in die Dreißiger gehen, genau wie die Mitglieder von BLOW. Wer wollen wir sein? Wer sind wir? Wie können wir es schaffen, dass diese beiden sehr unterschiedlichen Versionen in uns koexistieren? Auf der einen Seite stehen unsere primären Bedürfnisse: Libido, Instinkt und das Bedürfnis zu dominieren. Auf der anderen Seite unser Über-Ich, ein innerer Polizist, der unsere Triebe, unsere Wünsche kontrolliert. Shake the Disease ist ein Handbuch für den Kampf gegen unsere inneren Dämonen. Dieser innere Kampf wird durch eine immer düsterere Welt, die BLOW als unsere eigene erkennt, nicht erleichtert: ein außer Kontrolle geratenes Klima, allgegenwärtige Maschinen, eine immer mächtigere künstliche Intelligenz – all dies mental zu bewältigen, ohne unsere Instinkte und unsere Spontaneität zu verlieren, ist der Leitgedanke des Albums.

Wohin das ganze musikalisch geführt hat, zeigt heute schon mal die Single Meguro, über die das Trio sagt: „Meguro erzählt von der Hoffnung einer verlorenen Seele, die unbeholfen versucht, sich am Leben zu halten, ohne jedoch die Kontrolle zu haben. Er weiß nicht mehr, wer er ist und wer er war. An jeder Schwelle, in jeder Dämmerung und an jedem Morgen wird der Wahnsinn der Bitterkeit in ihm wiedergeboren. Noch gibt ihm seine Seele neue Gründe zu leben, dann hält er an mystischen Wesen und Halluzinationen fest. Er kann Traum und Wirklichkeit nicht mehr auseinanderhalten. In einem Traum wird eine Seele in Not überrumpelt, ich verliere mich. Hat das etwas zu bedeuten?“

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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