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Veröffentlicht am 10.12.2021 | von Dominik

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GET WELL SOON – Schluss mit dem Schwarzmalen

Foto-© Clemens Fantur

Konstantin Gropper lässt sich nicht in klangliche Schubladen stecken – und somit verwundert auch nicht, dass Get Well Soon mit dem neuen Album Amen, das am 25. März erscheinen wird, wieder ein neues Kapitel aufschlägt! Wo im vorpandemischen 2018 noch The Horror auf das Gift und die Düsternis der damaligen Gegenwart verwies, zeigt sich der mittlerweile 39-jährige Multiinstrumentalist mit seinem neuen Album inmitten der großen Corona-Krise plötzlich voller Zuversicht. „In der Krise“, sagte einmal ein kluger Mensch, „zeigt der Mensch sein wahres Gesicht“ Aha!

„Ich habe mitten im Lockdown, als ich viel allein arbeitete und dabei immer wieder Nachrichten las, mit Erschrecken festgestellt: Ich bin Optimist! Nach all den Jahren, in denen ich die großen Schwarzmaler bewundert habe, von Bernhard bis Cobain, musste ich mir eingestehen, dass ich nicht anders kann, als an ein ‚gutes Ende‘ zu glauben“, so Gropper. Er übersieht dabei natürlich nicht die Verheerungen, die die letzten zwei Jahre bei vielen angerichtet haben. „Mir geht vielmehr diese auch typisch deutsche Jammerei auf die Nerven. Das ständige Beschweren über die widrigen Umstände, obwohl man trotz allem noch zu den Privilegiertesten gehört. „

Und ganz nebenbei hat er dabei auch noch eine ordentliche Schippe Humor ins neue Get Well Soon-Album gepackt: Ob es die an Siri angelehnte und latent übergriffige künstliche Intelligenz ist, die einen durch Amen führt, das Sinnieren über den exzentrischen Weltraum-Battle der Tech-Milliardäre, die Tatsache, dass sich der Text eines ganzen Songs aus Glückskeks-Weisheiten zusammensetzt oder Groppers augenzwinkerndes Spiel mit der Rolle des Life-Coaches als Vermittler der eigenen Glückseligkeit. Die Aura von Neubeginn und Selbstoptimierung spiegelt sich auch in der ersten Single Mantra wider – ein Song, der, so Gropper, „ganz dem Schweinehund gewidmet“ sei: „You are here / It is time / Then why don’t you / why“, singt er, bis dieses sich ständig wiederholende Mantra in einem elektrisierenden Shoegaze-Gewitter aufgeht und ein Hauch von kosmischer Energie im Raum verbleibt. So ist Amen auch musikalisch in helleren Farben gemalt als seine Vorgänger. „Ich habe vor allem Songs aus meiner Happy-Place-Playlist als Inspiration gehört. Wundert sicher viele, dass ich die habe, aber es gibt sie.“

Und trotzdem – wie könnte es bei Get Well Soon und Gropper anders sein – verliert sich Amen auch nicht in einer klanglichen, wie inhaltlichen Wohlfühloase. Es stellt vielmehr die Frage, wie trotz allem Optimismus möglich sein kann. Ob es auch eine Antwort gibt, wird der Frühling zeigen…

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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