
Foto-© Maude Limoges
Zwischen Licht und Verfall, Wachstum und Vergänglichkeit bewegt sich Volume III: Ein Album, das weniger auf einzelne Höhepunkte setzt als auf das langsame Entfalten einer Atmosphäre. Schon der Opener Fleurs macht klar, wohin die Reise geht: Ein leichtfüßiges Pizzicato der Streicher, beinahe heiter, fast verspielt und doch liegt unter der Oberfläche eine leise Melancholie. Es ist Musik, die sich nicht aufdrängt, sondern Raum schafft und sich Zeit nimmt.
Mit seinem dritten Album führt Flore Laurentienne, das Projekt des kanadischen Komponisten Mathieu David Gagnon, seine musikalische Sprache konsequent weiter. Akustische und elektronische Elemente greifen ineinander, ohne sich zu überlagern. Statt Komplexität sucht diese Musik nach Tiefe – und genau darin liegt ihre Stärke. Vieles wirkt organisch gewachsen, was auch daran liegt, dass die Stücke gemeinsam mit der Band über längere Zeit entwickelt wurden und ihre Form erst im Prozess gefunden haben.
Das als Vorabsingle gewählte Régate setzt früh einen Kontrast: pulsierende MiniMoog-Arpeggios treffen auf dunkle Klavierakkorde und eine Melodie, die direkt ins Herz geht. Hier zeigt sich, wie selbstverständlich elektronische und klassische Klangwelten miteinander verschmelzen können. Auch Petit Matin bleibt hängen, es ist märchenhaft, schwebend, ein feines Gleichgewicht aus Leichtigkeit und unterschwelliger Spannung, das sich erst nach und nach erschließt.
Immer wieder nimmt sich das Album Zeit für ruhige, beinahe fragile Momente. Le Temps wirkt mit seinem Harfenspiel wie fallende Wassertropfen, während Fleuve VII eine nachdenkliche, fast meditative Stimmung entfaltet, in der sich die Gedanken zu verlangsamen scheinen. In Navigation VII öffnet sich dann der Raum erneut: Aus einem zurückhaltenden Streicherbeginn wachsen weite, schwebende Synth-Flächen, die dem Album eine besondere Tiefe verleihen.
Volume III ist kein Album für den schnellen Zugriff. Es will wachsen, will entdeckt werden – und offenbart mit jedem Durchlauf neue Details und Nuancen. Vielleicht bleiben weniger einzelne Songs als vielmehr ein Gefühl: das von Klang, der sich vorsichtig entfaltet, sich verändert und lange nachhallt. Es ist ein Album, das Bilder entstehen lässt und sich wie gemacht anfühlt für die große Leinwand.

Flore Laurentienne – Volume III
VÖ: 10. April 2026, Secret City Records
www.flore-laurentienne.com
www.facebook.com/Florelaurentienne

