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Mamma mia.
(Mario – Der Super Mario Galaxy Film)
Bowser Jr. (Benny Safdie) hat mit Unterstützung des Hofmagiers Kamek (Kevin Michael Richardson) erfolgreich seine erste Prinzessin in Form von Rosalina (Brie Larson) entführt. Warum? Na um seinen geschrumpften und „eingesperrten“ Papa Bowser (Jack Black) aus den Fingern der Mario Brüder (Chris Pratt und Charlie Day) sowie Prinzessin Peach (Anya Taylor-Joy) zu befreien.
Soweit der „Plot“ des Films, im Laufe dessen dann noch weitere bekannte und beliebte Mario– und Nintendo-Figuren auftauchen. Angekündigt und voller Vorfreude erwartet war Yoshi (Donald Glover), das wohlgehütete Geheimnis des Films ist Fox McCloud (Glen Powell) und die älteren Fans frohlocken ob einer Sequenz voller Figuren aus Super Mario Bros.2 (1998) bzw. dem japanischen Doki Doki Panic (1987) angeführt von Wart (Luis Guzmán). Und das ist natürlich nur die Spitze des Berges an Referenzen und „Easter Eggs“ mit denen der Film vollgestopft ist, das geht soweit, dass auf IMDB weit mehr Trivia hinter der Spoiler-Warnung versteckt ist als davor und das wird den Großteil der Fans einfach nur freuen und begeistern, denn diese sind mit viel Liebe in den Film eingebaut.
Zunächst einmal halten die Figuren bzw. die Kamera nicht jedes Mal kurz inne, um eine Referenz für alle sichtbar hervorzuheben. Das wäre bei der Masse auch gar nicht möglich, aber wir alle kennen diesen Moment in Filmen, in denen man, selbst wenn man sie nicht erkannt hat, bemerkt, dass ein Objekt oder eine Figur ob ihrer Inszenierung irgendeine „meta“-Bewandtnis haben muss, da sonst niemand die Szene so geschrieben bzw. geschnitten hätte. Dennoch werden Unkundige hier sicher ein wenig überfordert, denn 40 Jahre Super Mario fügen sich für das untrainierte Auge nicht unbedingt zu einem kohärenten Ganzen zusammen. Wenn dann auch noch die eine oder andere Referenz aus dem weiteren Nintendo Kosmos, wie z.B. Starfox auftaucht, muss man sich im Zweifel einfach damit abfinden, dass die Welt ein wenig zusammengewürfelt erscheint. Das Gleiche gilt auch für den Soundtrack, wobei die Erhöhung der Referenzen auf Level 11 hier tatsächlich ein wesentlich harmonischeres Bild ergibt, als dies bei Teil 1 der Fall war. Wurden dort noch viele Pop- und Rock-Songs der 80er angespielt, bekommt ihr hier nahezu komplett Original Nintendo Musik geboten. Manche Tracks werden in passenden Szenen angespielt, andere komplett ausgespielt oder eben erweitert und um ähnliche, passende Musik ergänzt. In jedem Fall spürt man erneut, dass mit Shigeru Miyamoto wieder jemand von Nintendo selbst mit produziert hat, denn alles aber auch wirklich alles hört, sieht und fühlt sich sehr nach Nintendo an. Ein begnadeter Geschichtenerzähler ist Miyamoto-san jedoch nicht und der Plot selbst, wie eingangs erwähnt, nicht der Rede wert. Ein letztes Wort noch dazu: Mario Galaxy war ja tatsächlich eines der Mario-Spiele, das ein wenig davon hatte, von dem weicht man hier jedoch leider ab. So entspricht die Geschichte um Rosalina hier nicht der aus der Videospiel-Vorlage, sondern entstammt einem frühen Draft des Spiels, den man damals jedoch verworfen hat. Wer sich also daran stört, der sei beruhigt, ein wenig kanonisch ist es somit schon, wer das Spiel nicht intensiv gespielt hat, der wird die Abweichung aber ohnehin kaum wahrnehmen und so groß ist der Unterschied dann auch nicht.
Regie führen übrigens Aaron Horvath (ihm verdanken wir den grandiosen Teen Titans GO! To the Movies (2018) und er war auch schon bei Der Super Mario Bros. Film (2023) an der Regie beteiligt), Michael Jelenic (ebenfalls schon Teil des Regieteams von Der Super Mario Bros. Film (2023) und immerhin eine Episode der Teen Titans Go! (2013) TV-Serie) und Pierre Leduc, der auch das Regietrio hinter dem ersten Teil komplettierte. Also das gleiche Team wie zuvor. Ebenso blieben uns die Synchronsprecher von Teil 1 erhalten und erneut sticht Anya Taylor-Joy als Peach positiv heraus. Tatsächlich zeigt sie so viel mehr Emotionen als die Peach, die wir aus den Spielen gewohnt sind, und auch die animierte Figur weicht als einzige ein wenig vom gewohnten Stil ab, was dann durchaus positiv zu bewerten ist. Brie Larson passt perfekt als Rosalie, dass Glenn Powell einen arroganten Piloten spielen kann, wird niemanden überraschen und Comedian Donald Glover fügt sich ebenfalls gut ein. Alle drei betonen übrigens, was für ein lang ersehnter Traum diese Rollen für sie sind und dass sie schon immer Mario-Fans waren und, das glauben wir ihnen jetzt einfach mal. Benny Safdie gibt einen guten Bowser Jr. (der bisher immer von Damen gesprochen wurde), Jack Black als Bowser ist natürlich Comedy- und Kinder-Gold, muss aber leider einen Großteil des Filmes den Mini Bowser sprechen, was er gefühlt auf Helium tut und ihm leider einiges von seiner Wucht nimmt.
Optisch ist der Film dann nicht nur seinem Ursprung sehr treu, sondern sieht auch einfach fantastisch aus. Am Ende werden hauptsächlich zwei Zielgruppen Spaß mit dem Film haben: die einen sind so zwischen 40-50 Jahre alt und freuen sich so unglaublich viel wiederzuerkennen. Gab es in Teil 1 eine kurze Sequenz, die sich komplett nach Jump’n Run angefühlt hat, gibt es hier sogar eine Oberwelt-Karte, mit Fokus auf den Stil von Super Mario Bros 3 (1988), die die Figuren über mehrere, ja man muss es tatsächlich Level nennen, betreten. Am anderen Ende sind die Jüngsten, die sich einfach freuen, dass alles blinkt und quietscht, knallt und keine Minute stillsteht. Sorry, ein Film wird nicht smart und meta, wenn er ab und an pausiert und kommentiert, wie sehr sich das gerade nach einem Videospiel anfühlt, nur um ab der nächsten Minute genau das wieder für eine halbe Stunde abzufeiern. Dennoch gibt dem Film der finanzielle Erfolg und der Spaß, den man damit als Fan haben kann recht. Spielte Teil 1 noch 1,3 Milliarden USD ein, schaffte Galaxy nur knapp die Milliarde, aber das sollte immer noch genügen, um sich an einem dritten Teil zu versuchen. Zunächst folgt von Nintendo aber erst einmal in 2027 die Zelda Realverfilmung. Nintendo betont, dass sie keinerlei Ambitionen haben, eine gemeinsames Kino-Universum zu erschaffen, aber dem bisherigen Erfolg nach zu urteilen, würde es schon überraschen, wenn nicht noch weitere Filmprojekte angestoßen werden. Zumindest was Videospielverfilmungen angeht, spielen sie dabei qualitativ auch weiterhin in der ersten Liga mit.

Der Super Mario Galaxy Film (JP US 2025)
Regie: Aaron Horvath, Michael Jelenic, Pierre Leduc
SprecherInnen OV: Brie Larson, Benny Safdie, Chris Pratt, Charlie Day, Donald Glover, Keegan-Michael Key, Anya Taylor-Joy, Jack Black, Luis Guzmán, Glen Powell
Heimkino VÖ: 2. Juli 2026, Universal Pictures

