Reviews no image

Veröffentlicht am 11.01.2010 | von Jenny

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i think i like it – ARCADE FIRE

„We know a place where no planes go
We know a place where no ships go“

(Arcade Fire- No Cars Go)

Die kanadische Band Arcade Fire, ist die musikalische Formation um das Paar Win Butler und Régine Chassagne, sowie weiteren Bandmitgliedern Will Butler, Richard Parry, Tim Kingsbury, Sarah Neufeld und Jeremy Gara.

Allesamt multi-instrumentale Musiker, die neben den Basics Bass, Schlagzeug und Gitarre diversen anderen Instrumenten alles abverlangen: von der Handorgel über den imposanten Klang einer Kirchenorgel bis zum Xylophon ist das Spektrum weit gestreut.

Funeral“ , so der Name des ersten Albums (2004), ruft zunächst einmal düster-traurige Assoziationen hervor. Der Name ist allerdings nicht Programm, wurde wohl auch erst nach Abschluss der Aufnahmen beschlossen, mit dem Hintergrund eine Reihe kürzlich verstorbener Nahestehender zu würdigen. „Uné Année sans Lumiere“ ist dann aber auch eines der wenigen Lieder das eine Ahnung von dieser Episode ihres Lebens vermittelt. Gesungen wird sowohl in Englisch als auch in Französisch, letzteres vorwiegend von Régine Chassagne.

Die Themen muten mit den Titel Neighboorhood“ #1-#4 eher alltäglich an. Bei genauerem Hinhören erschliesst sich aber dann das Besondere, die kleinen persönlichen Fluchten. Gerade „Neighboorhood #1 (Tunnels)“ gibt einen Vorgeschmack auf das künstlerische Repertoire, das sich durch die komplette Platte zieht. Der Kontrast geht von einem am Anfang harmonisch anklingendem Piano bis über einen gegen Ende des Liedes fast manisch schreienden Win Butler.

Mit „Rebellion (Lies)“ ist ein weiterer wundervoller Song geschaffen, bei dem vor allem die Violine und der fast schon chorale Hintergrundgesang im Gehör bleiben. Dazu Textzeilen wie “…people say that your dreams are the only things that save you.
Come on baby in our dreams, we can live our misbehaviour…”.

Welche Assoziationen die Namensgebung des zweiten Albums „Neon Bible“ (2007) hervorrufen kann, deutet das Cover an: ein aufgeschlagenes Buch, neonfarben, auf einem kalten schwarzem Hintergrund. Das Interpretationsspektrum ist weit gestreut. Aufgefallen ist jedoch das auf der CD tatsächlich biblische Aspekte angesprochen werden. Mit „Antichrist Television Blues“, „Neon Bible“ und „Intervention“ werden diese und andere Aspekte kritisch angesprochen.

Gerade bei „Intervention“ wird auf diese Weise die oft existente Bigotterie angesprochen: „Working for the church While your family dies.“

Neben wunderschönen ruhigeren Stücken wie „Ocean of noise“ trifft vor allem ein Begriff auf die Beschreibung fast aller Lieder zu: voller Verve. Beim Hören von Keep the car running“ und „No cars go“ stellt sich dieses beschwingte Lebensgefühl, die Leichtigkeit zuweilen ein. Hier darf noch geträumt werden. “No cars go. Where we know… Between the click of the light and the start of the dream (…) let’s go!” Eingeladen sind alle. Und so versucht auch der resistenteste Fuß spätestens hierbei dem rasanten Takt wippend zu folgen.

Zwei Alben die vielfältiger nicht sein könnten. Nachdenklich-melancholisch, voller Leichtigkeit, verträumt und trotz unterschwelliger Kritik Hoffnung und gute Laune schaffend. Wer sich selbst überzeugen möchte mit welcher außergewöhnlichen Band man es zu tun hat sollte sich auch unbedingt den Auftritt in einem Pariser Aufzug anschauen.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=wjxef8AfVQg

Ebenso gelungen und unbedingt hörenswert ist die Wahl zum „Wo die wilden Kerle wohnen“ -Trailer mit „Wake up“ wünscht man sich direkt wieder Kind zu sein und nicht ganz so schnell ganz so erwachsen zu werden. Irgendwie.

Erste Vögel zwitschern übrigens, dass es 2010 neues von dem grandiosen Ensemble auf die Ohren gibt.

5von55

Arcade Fire- Funeral, VÖ: 14.März 2005, Rough Trade Records

Arcade Fire- Neon Bible, VÖ: 5.März 2007, Merge Records, Rough Trade Records

 

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