WHATEVER WORKS – Filmkritik

Das wird nicht der Wohlfühl-Film des Jahres! Gehören Sie zu den Idioten, die sich wohlfühlen wollen? Dann lassen Sie sich eine Fußmassage verpassen!

(Boris Yellnikoff – Whatever Works)

Als Genie hat man es schon schwer, andauernd muss man sich mit Menschen abgeben, die weit unter dem eigenen Intellekt liegen und einem in ihrem Wesen und Geist nur nerven. Tja, so geht es dem mehr oder weniger genialen Exzentriker Boris Yellnikoff in Woody Allens neustem Film “Whatever Works – Liebe sich wer kann“.

Einst für einen Nobelpreis vorgeschlagen, schlägt sich der Miesmuffel mit seinen Mitmenschen, seinen unfähigen Schachschülern und überhaupt der ganzen Welt umher – natürlich verbunden mit Panikattacken, einigen Spleens und einer ausgewachsenen Hypochondrie. Bis sein Leben eine ungewöhnliche Wendung nimmt und er die junge Melody bei sich aufnimmt und diese trotz anfänglicher Anstrengungen nicht mehr los wird. Aus Gewöhnung, wird Annehmlichkeit und plötzlich sogar eine unverhoffte Ehe. Alles scheint gut zu laufen, bis Melodys Mutter (und später auch ihr Vater) auftauchen, die sich getrennt haben und sich für ihre Tochter einen etwas anderen Partner als den ehemaligen Physikprofessor vorstellen.

Woody Allen schrieb Anfang der 70er Jahre das Drehbuch zu “Whatever Works”, doch ließ es dann fallen, nachdem der für die Hauptrolle eingeplante Zero Mostel 1977 verstarb. Ca. 30 Jahre und ein paar zeitgeschichtliche Änderungen später, kehrte er mit dem Drehbuch in seine Heimatstadt New York zurück, nachdem er 5 Jahre nur Filme außerhalb seines Lieblingshandlungspunktes gedreht hatte – alles dank dem Streik der Screen Actors Guild. Herausgekommen ist ein wunderbarer Film, der sich ganz auf die witzigen und romantischen Aspekte der typischen Allen-Geschichte einlässt und mit dem Curb Your Enthusiasm (in Deutschland als “Lass es , Larry!” bekannt) – Darstellter Larry David perfekt besetzt ist. Wort- und spottreich unterhält “Whatever Works” wie nur wenige Filme dieses Jahr.

Whatever Works – Liebe sich wer kann (USA 2009)
Regie: Woody Allen
Darsteller: Larry David, Evan Rachel Wood, Patricia Clarkson, Henry Cavill
DVD-VÖ: 24. September 2010, Universum Film GmbH

httpvh://www.youtube.com/watch?v=Af106Ojc-8k

Dominik

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!

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